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Wie kann ich am Besten überprüfen, ob die Leistung meiner gelieferten Module passt?

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Eingestellt 29, Dez 2014 in Photovoltaik von Fabian S.
Und mit der Leistung übereinstimmt, die mir versprochen wurde?
   

3 Antworten

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Beantwortet 29, Dez 2014 von Martin Schorlies (940 Punkte)
Hallo Fabian S. ,

letztendlich können Sie das nur im Labor prüfen lassen. Selbst wenn sie ein PV-Messgerät besäßen, welches Leerlaufspannung, Stromstärke und Isolation messen kann, in Verbindung mit einem Pyranometer kämen Sie nur auf die Leerlauf-Werte (im Vergleich zum Kfz: Standgas und Motoer ohne Last drehen lassen, um daraus auf die maximale Geschwindigkeit zu schließen)...

Und versprochene Leistung gibt es im Sinne eines Versprechens nicht. Es gibt Qualitätssicherungsmaßnahmen um die technischen Eigenschaften eines Moduls gewährleisten zu können. Wenn 300 Wp drauf steht, dann bedeutet das nur, dass das Modul bei einer Einstrahlung von 1000 W/m² bei 22°C Umgebungstemperatur 300 W Leistung (+/- 5% abgibt). Nicht mehr und nicht weniger.

ICh habe auch schon "schlechte" Module gehabt die im Labor regelrecht "versagt" haben und vom Hersteller sogar ohne Rücklieferung ersetzt wurden. Auf Nachfrage durften wie die Module dann behalten. Also wurden die in einem "Spiel-Projekt" benutzt und haben gegen allen Erwartungen unter REAL-Bedingung absolute Spitzenwerte abgeliefert (im Vergleich zum LabortestModul mit errwarteten Werten).

Daher empfehle ich eher die Anlage bauen zu lassen, Datenlogger anschließen und dann mit bereits bestehenden Anlagen in der Umgebung mit gleicher Modultechnologie und Ausrichtung zu Vergleichen. Wenn dann die Abweichungen groß sind, kann man mit der Suche beginnen. Vorher macht es nur viel Arbeit für wenig nutzen.

Grundsätzlich ist es für mich auch schwer nachzuvollziehen einerseits Beträge > 5000,-€ an jemanden bezahlen zu wollen, zu dem und dessen Fachwissen und Expertise ich kein Vertrauen habe.

MfG
Martin Schorlies
+1 Punkt
Beantwortet 31, Dez 2014 von photovoltaikbuero (120 Punkte)

In einer fertig montierten Anlage kann man mit einer Kennlinienmessung unter gleichzeitiger Messung der Modultemperatur und der Einstrahlung die Leistung des gemessenen Modulstranges bestimmen. Voraussetzung dafür ist eine solare Einstrahlung von mindestens 800W/m². Die Genauigkeit liegt bei maximal +-5%.

Bei kleinen Anlagen wird das aber in aller Regel nicht gemacht. Die beste Methode für den technischen Laien die Qualität seiner PV-Anlage im Auge zu behalten ist der Vergleich mit anderen Anlagen und die Überwachung mit einem Datenlogger. Was dabei zu beachten ist, habe ich hier mal beschrieben.

Ein Portal, an dem man die Erträge der eigenen Anlage mit denen anderer Anlagen vergleichen kann ist z.B. die Ertragsdatenbank des SfV (SolarEnergieFörderVerein)

Gruß Matthias Diehl

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Beantwortet 31, Dez 2014 von Thomas Seltmann (462 Punkte)
Besonders für die Betreiber kleiner PV-Anlagen ist es sehr schwer zu prüfen, ob die versprochene und gekaufte Leistung tatsächlich geliefert wurde.

Versprochen werden oft bestimmte Leistungen, beispielsweise 250 Wp plus 3 Prozent, minus 0 Prozent. Doch so genau können die Hersteller selbst die Modulleistungen in der Fabrik gar nicht messen. Die Hersteller "flashen" die Module nach der Herstellung und geben diese Messwerte auf Anfrage an ihre Kunden. Lassen Sie sich also diese Flasher-Daten für ihre Module geben und prüfen Sie, ob die Seriennummer der Messungen mit den gelieferten Modulen übereinstimmen.

Die genauesten Messeinrichtungen in Labors wie TÜV Rheinland, Fraunhofer ISE oder andere liegen bei rund plus minus 2 Prozent.

Es gibt Peakleistungsmessgeräte mit denen der Installateur oder ein Gutachter vor Ort die installierten Solarmodule messen kann. Diese Messungen benötigen stabiles sonniges Wetter und haben eine Genauigkeit von bestenfalls plus minus 10 Prozent. Es kann dabei auch nur der Solargenerator insgesamt gemessen werden (einzelne Modulmessungen sind sehr zeitaufwändig bzw. kaum praktikabel).

Am praktikabelsten ist die Kontrolle des Ertrags. Wenn Sie Einstrahlungsdaten haben und den theoretisch möglichen Stromertrag der Anlage mit einem professionellen Simulationsprogramm errechnen und dann mit den realen Anlagenerträgen vergleichen (zum Beispiel monatlich), können Sie recht gut abschätzen, ob die Anlage den versprochenen Leistungsdaten entspricht. Randbedingungen wie die Begrenzung der Einspeiseleistung (70 Prozent) oder ein Batteriespeicher können diese Abschätzung verkomplizieren.

Bei großen Anlagen ist es üblich, stichprobenartig Module in Labors mit genauer Peakleistungsmessung zu überprüfen. Solche Messungen sind aber bei kleinen Anlagen meist zu teuer.
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