Firmenverzeichnis Experts Preisvergleich

Unter welchen Vorraussetzungen ist Erdwärme als Energiequelle für private Haushalte sinnvoll?

0 Punkte
408 Aufrufe

1 Antwort

+1 Punkt
Beantwortet 2, Jul 2014 von Martin Schorlies (940 Punkte)
Hallo Frau Wagner,

grundsätzlich ist der Einsatz von Erdwärme schon sehr gut, da immer vorhanden und zu- und abschaltbar ohne Systembeeinträchtigung. Haken an der Sache: Erdwärme ist nicht immer Erdwärme.

So z.B. gibt es günstige Flächenkollektoren, die erst aufwändig vergraben werden müssen, und meistens so knapp unter die Oberkante gelegt werden, dass es sich eher um Solare wärme handelt. Dabei ist zu beachten, dass sich nicht doch durch zu große Wärmeentnahme ein Permafrost bildet und am schlimmsten noch durch die Ausdehnung einen Hügel entstehen lässt, der das Regenwasser zum Haus spült.

Zusätzlich ist ein geologisches Gutachten erforderlich, über die Schichten im Erdboden, die durchdrungen werden müssen. Und auch besonders wie dann die Bohrung ummantelt wird, um z.B. das Grundwasser nicht in andere Schichten zu führen. Desaströs z.B. das Beispiel Staufen, - war zwar gut gemeint aber:
http://uni.de/redaktion/zerbricht-staufen-erdwaerme-bohrungen-verursachen-desaster

Ärgerlich bei der Erdwärme: Wie man's dreht und wendet, wenn man nicht gerade im Gebiet mit vulkanischer Aktivität wohnt, wird's immer recht aufwändig die Erdwärme nutzbar zu machen. Dafür dann allerdings für mehrere Generationen nutzbar (sofern nicht Murks gebaut wurde).

Wenn Sie kein Einzelfall sind, gibt es mit Sicherheit da in Ihrer Umgebung Erfahrungswerte oder die entsprechenden Gutachten. Normalerweise kennen z.B. die Rathäuser (Dezernate wie Bauamt, Bergbau, Umwelt) die notwendigen Kontakte solchen Murks zu vermeiden.
Die Bohrtechnik ist mittlerweile so genau geworden, dass ein Fenster von 1x1 m  in 3 km Entfernung, lageunabhängig getroffen wird, also liegt der Knackpunkt eher im Wärmetransport, Abdichtung, etc.
Noch sinnvoller wird das ganze, wenn man Nachbarn mit dazu gewinnen kann, dann teilen sich Nutzen und Aufwand.

Ich fürchte jedoch, Sie haben einen 2 bis 4 Personenhaushalt, irgendwas zwischen 100 und 250 m² Wohnfläche zu versorgen... dann ist es meistens so, dass sie nicht so viel Heizen (Verbauchen) können, um die Kosten in einem absehbaren Rahmen wieder zu decken. Letztendlich ist Energieversorgung ein Thema, welches nicht generalistisch gedeckt werden sollte, sondern mit vielen Individuallösungen, welche die lokalen Möglichkeiten kostenverträglich nutzen.

Leider ist in Ihrem Profil keine Region genannt, daher wäre jedes Wort mehr eher zu allgemein, oder gehört eher ins Buisiness bei dem aus Glaskugeln prophezeit wird.
Aber lassen Sie sich grundsätzlich nicht abschrecken,-  sammeln Sie Informationen für Ihr zu beheizendes Objekt, mit Sicherheit wird Ihnen dann auch eine passable Lösung unter die Augen kommen.

MfG
Martin Schorlies
Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

...