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Ist es sinnvolle eine 2,6kWp offgrid Anlage mit 20kWh Batterien auszustatten?

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Eingestellt 27 Sep in Photovoltaik von Anja Wagner (83 Punkte)

Eine Freundin von mir hat sich in Südspanien eine offgrid PV Anlage installieren lassen mit den folgenden Merkmalen:

10 Module a 260W

20 Batterien (insgesamt 20000Wh) (Acumulador Solar 2V U-Poser OpZS 420/682)

Wechselrichter OMEGA 5000VA PMS 48V

Ich habe gelesen, dass eine 2,6kWp Anlage im Jahr ca. 2600kW produzieren kann, was am Tag (2600/365=7,123) ca. 7kWh sind. Hier sind es evtl. mehr, da diese Anlage in Südspanien ist. 

Sie benötigt diese Anlage als einzige Stromquelle. Soll heissen, sie verbraucht den produzierten Strom täglich selbst. Mit dieser Installation kann sie also ihre Batterien gar nicht füllen! Wäre es nicht besser gewesen, sie hätten ihr nur die Hälfte der Batterien verkauft oder das Doppelte an Modulen? Oder lieg ich hier total falsch bei meiner Logik. 

   

1 Antwort

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Beantwortet 27 Sep von Axel Horn (444 Punkte)

Mit welchem täglichen Stromverbrauch ist denn zu rechnen? Was gleich verbraucht wird, muss natürlich nicht gespeichert werden. Aber was dann, bei einer offgrid-Anlage?

Mit dem Verbrauchsprofil für Strom und dem genauen Standort wäre dann eine Simulationsrechnung sinnvoll, in der die PV-Fläche +/- 0,6 kW und die Batterie +/- 5 kWh variiert werden. Und dann lässt sich eine Aussage treffen, welche Dimensionierung eine möglichst komfortable Autarkie liefert, welche eine gute Wirtschaftlichkeit - ggf. mit etwas Komforteinbußen.

Kommentiert 28 Sep von Anja Wagner (83 Punkte)
Der tägliche Stromverbrauch wäre gleichzusetzen mit einem Verbrauch eines Zwei-Personen Haushaltes, bei dem alle gängigen Geräte (Kühlschrank, Backofen, Waschmaschine, Spülmaschine, Microwelle, Klimanlage, Staubsauer, Fernseher, usw.) verwendet werden. Hier gibt es sicherlich einen durchschnittlichen Wert von dem man ausgehen könnte. Leider habe ich hier nicht viel Erfahrung, aber evtl. Sie, als Experte schon.
Der Standort ist in der Nähe von Gibraltar. Wo bzw, wie könnte sie solch eine Simulationsrechnung durchführen? Können Sie mir hier einen Tipp geben?
Kommentiert 28 Sep von Axel Horn (444 Punkte)
Hallo Frau Wagner, wenn Sie mir auf info@ahornsolar.de eine e-Mail schreiben und noch hineinschreiben, welche Ausrichtung (Südabweichung, Neigung) die PV-Module haben, kann ich Ihnen per e-Mail ein Simulationsergebnis schicken. Mit sonnigen Grüßen  Axel Horn
Kommentiert 2 Okt von Anja Wagner (83 Punkte)
Hallo Herr Horn. Ich habe Ihnen eine Email geschickt, leider habe ich noch keine Antwort erhalten.
Weiss evtl. noch ein anderer Experte was dazu. Im Grossen und Ganzen denke ich nicht, dass meine Frage so sehr davon abhängt, wo die Anlage steht, wenn meine Rechnung in meiner Frage zutrifft. Oder liege ich mit meiner Rechnung total falsch?
Kommentiert 3 Okt von Axel Horn (444 Punkte)
Hallo Frau Wagner, das Ergebnis der Simulationsrechnung müsste inzwischen bei Ihnen angekommen sein. Daraus ergibt sich, dass die zwei kritischen Monate des Jahres der November und der Dezember sind:
Im November kommen 296 kWh aus den Moulen, aber es fehlen 23 kWh
Im Dezember sind es 262 kWh, das Defizit macht 38 kWh aus.

Um das auszugleichen, könnte die Gesamtleistung der PV-Module vergrößert werden. Mit 20% mehr Leistung (3,12 kW peak) reduziert sich das Energiedefizit auf
November: 10 kWh, Dezember 25 kWh

Mit einer auf 15 kWh reduzierten Batterie (und 3,12 kW peak) ändern sich die Defizitwerte auf:
November  13 kWh, Dezember 29 kWh

10 kWh Batterie / 3,12 kW peak:
November  19 kWh, Dezember 35 kWh

Eine Halbierung der Batteriekapazität wäre also eine Verschlimmbesserung, zumal dann auch in eigentlich sonnenverwöhnten Monaten (April, Mai, September) immer wieder ein paar Kilowattstunden fehlen.

Ich würde empfehlen, im Winter sorgfältiger mit auf die Verbrauchsgewohnheiten zu achten. Für Solarstrom, der nachts aus der Batterie genutzt wird und nicht "frisch gepresst" aus dem PV-Modul, müssen die 20% Speicherverluste zusätzlich erzeugt werden. Das macht in der Bilanz der Wintermonate einiges aus!
Kommentiert 4 Okt von Anja Wagner (83 Punkte)
Heisst das dann in Kurzform, dass die Batterien für die Monate November, Dezember überdimensioniert sind, aber für den Rest des Jahres nicht? Also, dass die Solaranlage lediglich im November und im Dezember nicht so viel produzieren kann, dass die Batterien voll werden, aber in den anderen Monaten schon?
Kommentiert 4 Okt von Axel Horn (444 Punkte)
Nein, eher umgekehrt: für die meiste Zeit des Jahres würden wohl 15 kWh genügen. Aber auch im November und Dezember gibt es Tage, an denen die 20 kWh voll werden, und dann hat man ein wenig länger davon. Aber für mehr Strom im Winter ist letztlich mehr Solarleistung wichtiger - wenn man nicht gerade auf saisonale Speicherung setzt. Mehr Solarleistung heißt aber auch mehr Überschüsse im Sommer.
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