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China vorn – Deutschland weit hinten?

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Eingestellt 13 Feb in Elektroauto, E-mobility von Franz Alt (1,750 Punkte)

Den Dezember 2016 empfanden viele Chinesen als den schlimmsten Monat seit langem. Allein aus der Hauptstadt Peking flohen Zehntausende vor dem Smog. Ein Kommentar von Franz Alt

Die Schadstoffbelastung lag um mehr als das Zwanzigfache über den Grenzwerten. Jedes Jahr sterben in China weit über eine Million Menschen durch überhöhte Feinstaubwerte in der Luft. Das lassen sich auch in einer Diktatur die Menschen auf Dauer nicht bieten. Jahr für Jahr gibt es in China zehntausende Aufstände gegen die Umweltpolitik der kommunistischen Partei und Regierung. Deshalb werden im Reich der Mitte ein Kohlekraftwerk nach dem anderen geschlossen und auch immer mehr Elektroautos verkauft.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat die Elektro-Mobilität als strategisches Staatsziel vorgegeben. Aus drei Gründen: Abhängigkeit von ausländischen Autokonzernen reduzieren, Luftverschmutzung verringern und Ölimporte einschränken.

Schon jetzt sind zwei Drittel der in China verkauften Elektroautos „Made in China“. Der Anteil wird Jahr um Jahr erhöht. Demgegenüber ist Deutschland ein Auto-Entwicklungsland. China will E-Auto-Weltmeister werden. Schon heute gibt es im Reich der Mitte 270.000 E-Tankstellen, in Deutschland gerademal 10.000.

Trotz Bosch und Siemens im eigenen Land ist Deutschland bei der Entwicklung der Batterie-Technologie weit abgeschlagen. Und die Batterie ist das Herzstück des E-Autos. Deshalb wird die Bundesregierung ihr Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 nicht erreichen. Anderswo, neben China auch in Japan, Taiwan, Kalifornien und Südkorea, sind die Batterien bereits wesentlich effizienter und preiswerter.

Die Zukunft der Elektro-Mobilität könnte vielleicht so aussehen: Lange Inlandsstrecken werden mit schnellen und elektrisch betriebenen Zügen zurückgelegt, internationale Strecken mit Flugzeugen, die mit solar erzeugtem Wasserstoff fliegen, Kurzstrecken mit dem E-Fahrrad und Elektroautos werden geleast, wenn man sie braucht. Sein Auto bestellt man mit dem Smartphone beim Carsharing-Anbieter. Das nächststehende E-Auto kommt dann selbständig gefahren.

Kaum jemand wird noch ein eigenes Auto besitzen. Kein Wunder: Das heutige Auto fährt im Schnitt 34 Minuten am Tag und steht beinahe 23,5 Stunden still und rostet vor sich hin. Eine unglaubliche und verantwortungslose Geld- und Materialverschwendung, über die unsere Enkel bald lachen werden.

Diese Entwicklung, die heute schon absehbar ist, bedeutet, dass dann nur noch ein Achtel der derzeitigen Autos gebraucht werden. Das geleaste E-Auto ist 24 Stunden unterwegs.

Bei diesem Szenario verschwinden plötzlich alle Argumente gegen das E-Auto: Batterieladen, Ladesäule suchen und Reichweite checken entfallen. Das alles macht der Flottenbetreiber. Kein Stinkauto fährt mehr in unsere Innenstädte, gefährdet die Gesundheit und killt unser Klima.

Von der alten Benzin-Auto-Mobilität wird nichts mehr übrigbleiben. Je schneller diese große Transformation stattfindet, desto besser für Mensch und Natur. Bei dieser Entwicklung hat China die Nase vorn und die deutschen Autobauer liegen weit abgeschlagen zurück.

Franz Alt "Auf der Sonnenseite - Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht"

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