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Auto-Weltmacht China?

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Eingestellt 4 Feb in Elektroauto, E-mobility von Franz Alt (1,731 Punkte)

In China gibt es Anfang 2017 mehr als 270.000 Strom-Tankstellen für Elektro-Autos, in Deutschland weniger als 10.000. Natürlich ist China weit größer als Deutschland, aber der chinesische Vorsprung ist eindeutig. Ein Kommentar von Franz Alt

Chinas Plan: Bis 2020 soll die nächste Tankstelle nirgendwo mehr als ein Kilometer entfernt sein. Ab 2018 müssen alle Autobauer der Welt, die in China noch Autos verkaufen wollen, eine bestimmte Quote mit E-Autos erfüllen. Klar ist, dass Daimler, VW und BMW diese Quote nicht erfüllen können. Viel zu lange haben die deutschen Auto-Dinosaurier die Zukunft verpennt.

Kein Zweifel: Chinas kommunistische Partei und Chinas Regierung wollen ihr Land zur Auto-Weltmacht Nummer eins machen. Das kann gelingen und zwar auf Kosten der deutschen Autobauer, die noch immer im Wahn gefangen sind, die „besten Autos der Welt“ zu bauen. Das zeugt von Vergangenheitsbesessenheit und Zukunftsvergessenheit. Die Zukunft fährt elektrisch und zwar erneuerbar. Aber ein Schreibmaschinenhersteller hat noch nie einen Computer erfunden.

Im Reich der Mitte wurden 2016 bereits über 500.000 Elektroautos verkauft – in Deutschland gerademal um die 15.000, weit weniger als ein Prozent. In Norwegen fährt bereits jeder zweite Neuwagen elektrisch.

Die elektrische Revolution des Verkehrs kann den Klima-Kollaps verhindern helfen. Keine Energiewende ohne Verkehrswende.

In China müssen Käufer von Benzinautos oft Monate-, ja sogar Jahre lang auf die Zulassung ihres Neuwagens warten und bei Smog mit Fahrverboten rechnen während ein E-Auto sofort zugelassen wird, jederzeit fahren und kostenlos parken kann.

In Europa hat noch kaum jemand verstanden, was in China gerade läuft. Das ist so bei Elektroautos, beim Umstieg auf Windräder und Solaranlagen. Bis 2012 war Deutschland in diesen Zukunftsbranchen Weltmeister, jetzt aber ist es China.

Bis 2030 sollen in China 40% aller Autos elektrisch fahren – das wären ca. 15 Millionen neue E-Autos pro Jahr. Das ist eine Hoffnung für die Umwelt, aber eine Schreckensmeldung für die Auto-Dinos in Deutschland. Wo heute noch „Made in Germany“  einen guten Ruf hat, wird morgen „Made in China“ stehen.

Die Vorteile der E-Autos von morgen: Weniger Lärm, keine Abgase, weniger Verschleiß, zurzeit verdoppelt sich die Reichweite von Batterien für E-Autos alle zwei bis drei Jahre. E-Mobile brauchen keinen Tank, kein Getriebe, keinen Schalldämpfer, keinen Katalysator, keinen Auspuff, keinen Wasser-Kühler.

Wer diese Vorteile begreift, ist morgen dabei – wer sie verschläft, wird morgen nicht mehr existieren. Auf ihn wartet das Schicksal der Schreibmaschinen-Hersteller.

   

1 Antwort

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Beantwortet 5 Feb von Geckler, Heinz (2,483 Punkte)

Hallo Franz Alt,

Sie sprechen mir aus der Seele. Ich verstehe auch die weitgehend negativen Äußerungen zur Elektromobilität nicht. Vor allem das "Negativargument" der geringen Reichweite wird aus meiner Sicht komplett falsch bewertet. Obwohl ich selbst noch nicht elektrisch unterwegs bin habe ich bereits von einigen Kunden mit E-Mobilen erfahren, dass bei aktuell verfügbaren Modellen der verschiedensten Hersteller für die Nutzer die Recihweite üblicherweise überhaupt kein Problem darstellt. Die nächste ANschaffung die bei uns ansteht wird auf jeden Fall elektrisch angetrieben sein. Das beruht vor allem auf diesen Fakten:

1.) Der Nutzer eines Elektro-KFZ stellt üblicherweise sein Nutzungsverhalten um. Wird ein fossil betriebenes Fahrzeug üblicherweise erst zur Tankstelle gefahren wenn der Tank mehr oder weniger leer ist, wird die Ladung eines Akkus ganz anders gemanagt. Der Akku eine E-Mobils wird, zumindest in den meisten Fällen, immer dann geladen, wenn wieder eine Lademöglichkeit zur Verfügung steht. Bei den meisten meiner Kunden bedeutet das, dass wegen der üblichen Kurzstreckenfahrten, das E-Mobil nahezu täglich nachgeladen wird. Wegen der kurzen gefahrenen Strecken genügt dann zu Hause meist die Ladung über eine Schuko-Steckdose um in kurzer Zeit den Akku wieder voll zu haben. Verhältnismäßig teure Ladestationen ( Wallbox ) sind deswegen in vielen Fällen für zu Hause nicht notwendig.

2.) Selbst längere Fahrten sind bei etwas Planung kein Problem. Das Ladenetzwerk ist inzwischen so gut ausgebaut, dass selbst ein Urlaub in Südfrankriech mit dem BMW i3 für einen Bekannten überhaupt kein Problem war. Mit einigen kurzen Kaffeepausen unterwegs war die Nachladung ohne großen Zeitverlust möglich.

3.) Da der Einsatz von E-Mobilen derzeit vorrangig für Fahrzeuge im Kurzstreckeneinsatz realisiert wird kommen in vielen Fällen sogar die Vorteile eines elektrisch angetriebenen Fahrzeuges zum tragen. So kann ein Kunde inzwischen seine Kollegen belächeln, die skeptisch waren als er sich einen Renault ZOE angeschafft hat. Wenn die selben Kollegen Heute im Winter nach Feierabend ihre Fahrzeuge frei kratzen müssen steigt er in sein elektrisch vorgeheiztes Fahrzeug und fährt nach Hause.

Es wird also in nächster Zeit nicht nur bei den Herstellern sondern auch bei den potenziellen Nutzern noch viel Überzeugungsarbeit notwendig sein, um die Elektromobilität intensiv nach vorne zu bringen. Verhindern lässt sich diese Entwicklung sowieso nicht mehr.

Liebe Grüße, Heinz Geckler

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