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Wie sieht es mit der Netzbelastung aus, wenn zukünftig 8 Mio. Elektofahrzeuge um 17.00 Uhr an die Ladesstaionen gehen?

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Eingestellt 16 Jan in Elektroauto, E-mobility von yan

Klar, meine Frage ist überspitzt formuliert, aber das Problem wird kaum diskutiert, sicher auch weil es derzeit nur wenig Elekrofahrzeuge gibt. Die e-Mobilität wird aber zur Emissionsminderung fest eingeplant und die Regierung wird weitere Anreize schaffen. Dann kann das schnell relevant werden. Plugin-Hybride sind hier noch nicht mal eingerechnet.

   

3 Antworten

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Beantwortet 17 Jan von Herwig Hufnagel (618 Punkte)

Sehr geehrter Herr yan,

die Frage ist nicht geeignet, um Elektromobilität zu diskutieren, da nicht alle Fahrzeuge gleich betrieben werden und in ihrer Art nicht gleich sind. Es gibt z.B. Fahrzeuge im Besitz der Landbevölkerung. Diese Autos werden höchstwahrscheinlich zuhause geladen, meist mit eigener PV- Anlage auf dem Hausdach. Hier will der Besitzer eine Ladegeschwindigkeit angepasst zu seiner Solaranlage. Das Netz merkt hiervon sehr wenig, im Gegenteil, die netzbelastende Mittagsleistung der PV- Anlage wird gleich auf dem Grundstück ins Auto gepackt. Dann gibt es noch die Flotten- (Linien-) Fahrzeuge, deren Ladeintervall nach Nutzung geplant wird. Hier wird wohl eher das Modell "immer wieder zwischendurch rund um die Uhr laden" greifen. Splitten Sie ihre gedachten 8 Mio Fahrzeuge auf, erst tageszeitlich, dann Wochentäglich, dann flottenzugeordnet und dann verteilt auf ganz Deutschland ..... da bleibt nicht viel zu tun für einen einzelnen Trafo ..... schließlich wollen wir doch auch zeitgleich die zu 100 % erneuerbare dezentrale Energieversorgung  aufbauen, die dann durch ihre dezentrale Gestehung auch gut zu dezentralen Verbrauchern (Elektroautos, Heizungen, Firmen ...) passen.  In der Wendezeit müssen Netzbetreiber und Verbraucher viel kommunizieren und tüfteln, damit während der Energiewende alles sicher betrieben werden kann. Also kein Grund, alle Fahrzeuge als eine Einheit zu betrachten, die Strom-, Geld-, Mobilitäts- etc. Systeme werden angepasst.

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Beantwortet 13 Apr von Andreas Horn (503 Punkte)

Eine sehr konkrete Aussage kann ich zu Ladekonzepten für die Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern machen: der normale Hausanschluss reicht aus, wenn die Ladestationen in ein sog. dynamisches Lastmanagement innerhalb des Hauses eingebunden sind. Der Hausanschluss kann genug Energie [kWh] abgeben, so dass die Mobilitätsbedürfnisse der Hausbewohner weitestgehend befriedigt werden können. Auch wenn die Leistung [kW] begrenzt ist geht das, denn die Standzeit der Fahrzeuge am heimischen Stellplatz ist ausreichend lang, um den Fahrzeugen genügend Energie mitzugeben!

Ich habe dies in einer Simulation für ein konkretes (Mieterstrom-) Projekt in München gezeigt, die Ergebnisse sind als Vortragsfolien auf der Homepage von Sonnenkraft Freising abgelegt: http://sonnenkraft-freising.de/?p=2003

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Beantwortet 20 Apr von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Yan,

ich kann den anderen Kommentaren nur zustimmen. Ich bin Elektroinstallateur und sehr aktiv im bereich erneuerbarer Energien. Somit habe ich schon einige Kunden, die mit Elektro-KFZ unterwegs sind. Dabei zeigt die Erfahrung dass sich das Nutzerverhalten mit Umstieg auf ein Elektro-KFZ automatisch gravierend ändert. Ein Elektro-KFZ wird in vielen Fällen nicht, wie bisher die fossil angetriebenen Fahrzeuge, gefahren bis der Akku leer ist. Viel mehr wird immer dann nachgeladen, wenn sich dazu die Möglichkeit bietet. Also entweder zu Hause, im Betrieb oder während des Einkaufens. Die Variante während des Einkaufens ist deswegen besonders interessant, da viele Handelsunternehmen den Strom während des Einkaufens kostenlos zur verfügung stellen.

Da auch der Gesetzgeber unterstützt, dass z.B. Betriebe ihren Mitarbeitern Lademöglichkeiten am Unternehmensstandort anbieten, wird sich ein ordentlicher Teil der benötigten Ladeleistung auf solche Ladepunkte konzentrieren. Da die Kosten für den Strom durch eine eigene PV-Anlage sehr viel niedriger ist wie bei Ladung aus dem öffentlichen Netz werden diese Ladepunkte sicher zu einem großen Teil durch Eigenerzeugung vor Ort abgedeckt werden. Durch intelligentes Lademanagement werden sogar die Mittagsspitzen bei der PV-Erzeugung abgemildert, so dass diese Kombination von Eigenerzeugung und intelligenter Ladung sogar unsere Netze deutlich entlasten können.

Einen weiteren interessanten Anwendungsfall sehe ich z.B. auch dort wo bisher nur Wärme erzeugt werden muss ( Prozesswärme oder zur Heizung ). Dort könnte durch Einsatz von BHKW´s während der Wärmeerzeugung gleichzeitig Strom erzeugt werden, der so sinnvoll und optimal genutzt werden kann.

Gruß, Heinz

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