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Geht bei RWE die Sonne auf?

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Eingestellt 4, Sep 2016 in Energiewende von Franz Alt (1,830 Punkte)
Bearbeitet 4, Sep 2016 von Franz Alt

Der frühere RWE-Chef Jürgen R. Großmann kämpfte gegen den Atomausstieg und gegen die solare Energiewende. Im sonnenarmen Deutschland sei die Förderung von Solarstrom etwa so sinnvoll wie „Ananas züchten in Alaska“, meinte der Zwei-Meter-Mann Großmann. Doch inzwischen haben wir in Deutschland bald zwei Millionen Solaranlagen und sogar in Alaska habe ich vor wenigen Tagen viele kleine Solarstromanlagen gesehen.

Weltweit konnte – trotz Jürgen Großmann – der Solarstrom seit dem Jahr 2.000 verhundertfacht werden. Das Fraunhofer-Institut in Freiburg sagt bis zur Mitte des Jahrhunderts global nochmals eine weitere Verzehnfachung bis Verzwanzigfachung der Solarstromproduktion voraus.

Und Peter Terium, bei RWE Nachfolger von Jürgen Großmann, hat soeben bekanntgegeben, dass die RWE-Tochter Innogy die Solarfirma Belectric Solar & Battery übernommen hat. Geht jetzt sogar bei RWE die Sonne auf? Vielleicht!

Klar ist: Es gibt keine RWE-Sonne, die Sonne scheint für alle und auf jedes Dach. Das macht die größte Energiequelle noch etwa viereinhalb Milliarden Jahre – prophezeien uns die Astrophysiker.

Also: Sonne hat Zukunft  während Atom, Kohle, Gas und Öl Auslaufmodelle sind. Es macht keinen Sinn und bringt auch langfristig keinen Gewinn, wenn die Wirtschaft Naturgesetze übersieht oder ignoriert. Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel. Wer´s begreift, wird gewinnen. Wer´s nicht begreift, hat schon verloren. Also Glückwunsch an RWE für diese Zukunfts-Investition.

Die neue RWE-Tochter Belectric Solar ist spezialisiert auf Bau und Betrieb von Freiflächen-Solarkraftwerken und auf die Technologie zum Speichern von Solarstrom in großen Batterien. RWE denkt zwar ebenso wie E.on oder Vattenfall noch in Milliarden-Kategorien der alten Energiewirtschaft, hat aber jetzt immerhin mehrere hundert Millionen Euro in die Hand genommen, um im großen Stil auch ins Solargeschäft einsteigen zu können – ähnlich wie bereits früher ins Geschäft mit der Windenergie.

Und das bei einem Schuldenstand von vielen Milliarden Euro. Nachdem die Aktien der alten Energiekonzerne in den letzten 20 Jahren etwa 80% verloren haben, will Terium jetzt zehn Prozent seiner Innogy-Aktien an der Börse platzieren.

Ein notwendiger, aber auch bemerkenswerter Kurswechsel des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns: Vom Atomstromer Großmann zum neuen Sonnenanbeter Terium. „Wir schließen damit eine Lücke“, sagt der RWE-Chef. Peter Terium wird noch viele Lücken schließen müssen bis zum 100-prozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien, wenn sein Konzern Zukunft haben soll.

Bisher hat Belelectric schon so viele Solarstromanlagen gebaut, dass damit ein großes Atomkraftwerke ersetzt werden kann. Das Solarunternehmen ist inzwischen auch in Indien und Südamerika, den USA und im Mittleren Osten tätig und entwickelt auch schlüsselfertige Großbatteriespeicher.

Das Analysehaus IHS prognostiziert der weltweiten Solarbranche einen globalen „Goldrausch“ in den nächsten Jahrzehnten. Die Preise für Solarstrom werden immer günstiger und fallen weiter Jahr für Jahr um bis zu zehn Prozent. Anders als Bananenzüchter Großmann sagt der neue Sonnenfreund Terium: „Mit Belectric übernehmen wir ein innovatives Unternehmen, das sich international eine starke Marktstellung erarbeitet hat“.

Das Solarzeitalter beginnt – die Sonne gewinnt.

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Quelle   FRANZ ALT 2016

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