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Wieviel % der möglichen erneuerbaren Stromerzeugung wurde im Jahr 2015 abgeregelt?

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Eingestellt 26, Apr 2016 in Energiewende von Michael Stöhr (1,180 Punkte)

In einigen Verteilnetzen kann zeitweise der Strom aus Windkraftanlagen, teilweise auch aus PV-Anlagen nicht mehr aufgenommen werden. Die Anlagen werden dann abgeregelt, d.h. so eingestellt, dass sie weniger Strom erzeugen als sie bei der aktuellen Windgeschwindigkeit beziehungsweise Sonneneinstrahlung erzeugen könnten. Wieviel Prozent möglicher erneuerbarer Stromerzeugung sind auf diese Weise im Jahr 2015 verloren gegangen?

   

1 Antwort

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Beantwortet 27, Apr 2016 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Guten Tag Herr Stöhr,

auf der Seite der Bundesnetzagentur gibt es dazu eine Übersicht:

http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1412/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Stromnetze/Netz_Systemsicherheit/Berichte/Berichte_node.html

Allerdings gibt es die Übersicht noch nicht für das gesamte Jahr 2015. In Summe ergibt sich jedocheine Abregelung von fast 2,7 TWh. Wenn jetzt noch die Stromerzeugung aus Erneuerbaren ( anteilig von 194 TWh im Jahr 2015 ) gegengerechnet wird ergibt sich eine Abregelungsvolumen in Höhe von ca. 1,64% der möglichen Erzeugung. Hier der Link zur Darstellung der berücksichtigten Brutto-Stromerzeugung:

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Erneuerbare-Energien/erneuerbare-energien-auf-einen-blick.html

Eine genauere Berechnung ist erst möglich, wenn tatsächlich Zahlen für das gesamte Jahr verfügbar sind. Die habe ich leider Online nicht gefunden. Vielleicht sind diese Zahlen bei irgend jemandem hier im Forum verfügbar, dann könnte die Berechnung genauer erfolgen.

Ich finde jedoch trotz der ungenauen Berechnung alleine schon die Zahl von ca. 2,7 TWh, die abgeregelt werden mussten gigantisch.

Kommentiert 27, Apr 2016 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Danke Herr Geckler!
Die 2,7 TWh finde ich auch zu groß. Allerdings gibt es Berechnungen nach denen ein Abregeln von 1-4% in einer Region kostengünstiger ist als der Ausbau des regionalen Teilnetzes. Die durchschnittlich 1,64% ist da zunächst nicht sehr hoch. Allerdings habe ich im Hinterkopf, dass in einigen Gebieten mit hoher Windstromerzeugung bis zu 10% abgeregelt werden, was eindeutig zu viel ist. Die akzeptable Abregelungsquote dürfte sich mit weiter sinkenden Speicherpreisen zudem wieder unter 1% bewegen, sobald der Einsatz von Speichern kostengünstiger ist als der Ausbau des Netzes, um die letzten 1% fluktuierender Erzeugung noch aufnehmen zu können.
Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
Kommentiert 27, Apr 2016 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
P.S.: Die AG Energiebilanzen kommt auf 195,9 TWh erneuerbare Stromerzeugung im Jahr 2015 (Stand v. 28.1.2016).
S. .pdf Strommix unter: http://www.ag-energiebilanzen.de/
Kommentiert 27, Apr 2016 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Hallo Herr Stöhr,
ich würde mir wünschen, dass statt der Abregelung sinnvolle alternative Nutzungen überlegt oder gegebenenfalls entwickelt werden. Mit Power-to-Gas könnte die Energie z.B. statt über das Stromnetz durch das vorhandene Erdgasnetz über weite Strecken transportiert und sogar für relativ lange Zeit gespeichert werden.
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