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Flüchtlingsheime werden mit PV-Anlagen ausgestattet und Solarstrom versorgt

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Eingestellt 6, Nov 2015 in Photovoltaik von Claus Scheuber (214 Punkte)

Wir werden in Kürze beginnen Flüchtingsheime mit Solarstrom zu versorgen.
Asylbewerber werden an dem Projekt teilnehmen – Sie bauen Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer der Unterkünfte.


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Erneuerbare Energien und Flüchtlingshilfe – wie passt das zusammen? Ich, Klaus Scheuber vom Arbeitskreis Asyl Ravensburg-Weingarten habe ein neues und bundesweit einzigartiges Projekt initiiert, das zeigt, wie das geht. Gemeinsam mit Asylbewerbern und Unterstützung mehrerer Firmen sollen Schritt für Schritt alle Flüchtlingsunterkünfte mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Dafür gibt es 3000 Euro an Fördergeldern vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Auch die Stadt unterstützt das Projekt.

Einen Investor habe ich auch gefunden. „Die Details werden gerade noch mit der Stadt geklärt. Ziel ist, dass die Stadt nicht finanziell belastet wird.“ Die Verwaltung hat sich bereit erklärt, den zehnjährigen Kreditvertrag zu übernehmen. Die Kosten samt Zinsen generieren sich allerdings aus den Anlageerträgen und binnen zehn Jahren wird sogar ein Gewinn von 2000 Euro prognostiziert. „Für die Flüchtlinge ist es eine ansprechende Beschäftigung und zusätzlich werden die Energiekosten für die Unterkünfte gesenkt.“ Zusätzlich zu dem Strom für den Eigenverbrauch wird der Überschuss ins Stromnetz gespeist. Auch andere Kommunen, die von dem Projekt gehört haben, haben bereits Interesse signalisiert.

Zweimal schon haben sich die 20 Teilnehmer des Projekts – 18 Flüchtlinge und zwei interessierte Ravensburger – samstags zum Workshop getroffen. Am Anfang geht es darum, alle auf den gleichen technischen Wissenstand zu bringen. Auf Englisch und auf Deutsch vermittle ich, der selbst zehn Jahre in der Branche tätig war und heute in der Projektentwicklung im Bereich Energieeffizienzprodukte tätig bin – den Flüchtlingen die Grundkenntnisse und erkläre, warum erneuerbare Energien und ein sparsamer Energieverbrauch in den Unterkünften wichtig sind. Auch die Technik kommt nicht zu kurz. Als externe Referenten beteiligen sich Fachleute der Firma Phaesun aus Memmingen an dem Projekt.

Als erstes sollen dann die Unterkünfte in der Florianstraße in Weißenau (die Module in Holzbauweise werden in Kürze neben dem Park&Ride-Platz aufgestellt) Photovoltaikanlagen aufs Dach bekommen. Ich rechne damit, dass dies Mitte Dezember sein wird. Handwerker der Sunworks GmbH in Oberzell bauen die Anlage gemeinsam mit den Flüchtlingen auf. Die Module stellt die Firma Axsun in Laupheim zur Verfügung. Zum Vorzugspreis.

Traumen überwinden


Für die Flüchtlinge ist dieses Projekt die Möglichkeit, sich sinnvoll zu betätigen und eine Chance, sich mal mit etwas anderem zu beschäftigen. Viele sind traumatisiert und brauchen ein positives Gemeinschaftserlebnis. „Wir wollen arbeiten und die Chance bekommen, der Gesellschaft etwas zurückgeben“, bestätigt der 28-jährige Foday aus Gambia. Denn „wir alle sind Deutschland und Ravensburg so dankbar für alles.“ Zudem sehe ich das Projekt als Bildungsmaßnahme, egal, wie die Asylverfahren ausgehen. „Sie nehmen was in ihre Länder mit und haben eine Geschäftsidee.“

Der Ingenieur Ahmad aus Syrien ist begeistert von der Tätigkeit. „Der große Vorteil ist, das für die Energiequelle keine Kosten entstehen, sondern nur für die Anlage. Das ist die Zukunft.“ Das findet auch Foday: „Unser Land hat viel Sonne, aber die meisten Menschen wissen nur wenig über Solarenergie. Wenn ich wieder nach Hause gehe, kann ich ein Geschäft starten und andere Leute ausbilden“, sagt er enthusiastisch. Auch für Lamin und Bubacarr, ebenfalls aus Gambia, bedeutet das Projekt viel. Beide heben hervor, dass die Sonnenenergie viel besser sei als fossile Brennstoffe und Lamil träumt davon, dass alle Krankenhäuser in Gambia mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. „Damit während der Operationen nicht mehr das Licht ausgeht.“

Das Projekt „Solarstrom und Energieeffizienz für Asylbewerber-Camps“ wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Träger des Projekts ist die gemeinnützige Energiewerk-Stiftung mit Sitz in München, da Fördermittel des Bundesprogramms nicht an Privatpersonen oder Firmen ausgereicht werden. Und für Spenden sind wir natürlich immer dankbar.

Quelle Artikel & Bild von Redakteurin Karin Kiesel.

   
Kommentiert 7, Nov 2015 von Martin Werner (2,067 Punkte)
Ein Super-Projekt mit Vielfachnutzen, das Nachahmer finden sollte!

1 Antwort

0 Punkte
Beantwortet 7, Nov 2015 von Jürgen König (394 Punkte)

Sehr gut! Ein wirklich tolles Projekt.

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