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Welche Heizung mit Photovoltaik auf dem Dach bei Sanierung geeignet?

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Eingestellt 26, Aug 2015 in Solare Wärme, Heizen von David F.

Guten Tag zusammen. 

Meine Lebensgefährtin und ich sind kurz davor uns ein Haus aus dem Jahre 1969 zu kaufen und zu sanieren. 

Das Haus besitzt eine 4 Jahre alte >10 kW/p Photovoltaik Anlage auf dem Dach, heizt jedoch noch mit Nachtspeicher Strom. 

Nun ist meine Überlegung welche Heizart sich zu der bestehenden PV Anlage am ehesten rechnen würde bzw Sinn machen würde. 

Da das Haus hat keinen Gasanschluss (wo zusätzlich noch Erschliessungskosten auftreten würden) habe ich über Erdwärme, also eine Wärmepumpe im Zusammenspiel mit der PV-Anlage nachgedacht. 

Vielleicht finde ich hier Fachleute die mir evtl Erfahrungswerte oder Tips diesbezüglich geben können.


Mit freundlichen Grüßen 

David Ferfers

   
Kommentiert 1, Sep 2015 von Jürgen Eiselt (121 Punkte)
Eine Kombination Photovoltaik und/oder Kleinwindanlagen mit einem Stromspeicher UND Solarthermie/Wärmepumpe UND Wärmepupufferspeicher sind technisch ausgereift, wirtschaftlich sinnvoll, finanzierbar und von uns schon projektiert. Alternativ rentieren sich als Heizungen auch Infrarotheizungen.
Wichtig hierbei sind die bisheren Verbrauchswerte und Gebäudedaten. Welche Maßnahme sich rentiert, ergibt sich aus einer individuellen Einsparprognose. Weitere Infos auch hier:
Kommentiert 1, Sep 2015 von Cand Ing Alfred Röck (10 Punkte)
A. Röck Cand.-Ing: I) Sie müssen sich eine Dämmung mit einem Fachmann überlegen;  und der wird Ihnen den Unterschied von Aussen - u. Innen-Dämmung erklären u. was bei diesem Haus in Frage kommt.  (Glaswolle,  Steinwolle oder PU ... oder...);
II) Legen Sie thermische  Collectoren auf`s Dach, und nur , was dann noch an Dachfläche übrig bleibt, mit Photozellen belegen;  das werden PV- Fanatiker noch länger nicht kapieren; wir haben  primär  Öl zu ersetzen, statt Strom auf dem Dach sündteuer zu erzeugen mit viiiiel Silizium-Müll in 20 Jahren,  während WKAs  quasi kaum Müll dann abwerfen;  ( Cupfer-Wicklung  neu isolieren und  2 Lager ersetzen);   
III)  WKA  Strom  spottbillig zu 2,0 bis 2,8 Cent / kWh Gestehungskosten zu erzeugen, können WKA,s mit Rotordurchmesser ab 82- 117-122- 126m;   und dabei  4  x  billiger und aus einer geg. Fläche (Basis einer WindKraftAnlage (WKA) erzeugt man 950 mal  mehr kWh/ annum, als aus der gleichen Fläche Fotozellen.  Das gilt für 1  WKA, Rotordurchm. 117 m , Höhe  Nabe 138 m, in Eichenbühl,   Franken u. in Starnberg bei München  
IV) Deshalb ist es  barer Unsinn, wie da einer eine Kleinwind-Anlage empfiehlt;
   Teurer als mit diesem  Unsinn kann man Strom gar nicht erzeugen (ca. 2.-€ / kWh);
D.h., hier schreibt  also jeder, auch wenn er null u. nichts die Ahnung hat!  
V)  Wie  die thermischen Collectoren auf dem Dach  unterstützen im Winter ?
    (Freilich mit einem z.B. 1000 Liter Pufferspeicher)- auch  im Sommer.   
VI)  Mit einer Wärmepumpe (WP) !  Die sollte eine Jahresarbeitszahl von gut über 4,0 haben!  Denn darunter, wenn Sie vom Netz z.B. Gas - oder Kohlestrom beziehen,  wo nur   25 %  der Energie von 1 kg  Kohle , als Strom  im Haus ankommen,  sind sie bei  + / -  Null;  d.h.,
a)    Sie könnten gleich eine Ohm`sche  elektrische  Heizung  einbauen;   und das  kostet viel Strom!  
b)    Deshalb ist es auch Unsinn,  dass Ihnen einer hier empfiehlt, eine WP  mit  der Luft-Temp. im Winter zu betreiben; dann können Sie gleich mit einen Ohm`s schen Heizstab das Heizwasser erwärmen!  Und das  kommt bekanntlich teuer.  Es sei denn – mit Windstrom!  
VII) Bei 1 kWhelektr. input  zur WP erhalten Sie, von dem wärmen Erdreich  gestohlen, 4 bis 4,5 kWh termisch;  
VIII) Was ist eine WP anschaulich u. im Prinzip?
Ja, ein Kühlschrank, bei dem die 2 Leitungen verlängert sind, sodass  man  den Innenteil, dieses Doppelblech, das eiskalt wird, in der waren Erde  vergräbt  und die Lamellen der Rückwand, die stets ca. 50 °C mehr haben, als das Innenteil,   im Fußboden vergräbt;  das  eiskalte Innenteil im warmen Gartenboden  vergraben,  zu diesem  strömt die Wärme;  Bsp.:
Kühlschrank im Normaleinsatz:  Innen,    null °C;  hinten + 50 ° C;
Kühlschrank als WP:  Innenteil in der Gartenerde  vergraben = + 20 °C,  folgt hinten an den Lamellen + 70 °C; also stets um + 50 °C mehr!  Die Lamellen würden im Fußboden des Hauses  verlegt.
IX)  Den Kompressor  der WP  mit  der 10 kWpeak PV- Anlage antreiben ?
Ja ! Denn die elektr. Kompressor - Aufnahme - Leistung  liegt bei  2- 5 kW; der könnte also von der alten PV- Anlage angetrieben werden.   
Das geht von ca.  10 - 16 Uhr im Sommer;  u. teils  im Winter, d.h.  im Sommer während Sonnenschein würden Sie den Pufferspeicher erhitzen auf  90° C um  abends u. morgens z.B. duschen zu können.
XI)   Kein Gasanschluss:  
Da ist zu überlegen, ob ein Flüssiggastank  neben dem Haus für Sie in Frage kommt; Vorteil: die Gas-Heizkörper sind leicht zu installieren,  da man keine Wasserrohre  in der Mauer verbaut!  Die Gasmenge ist einfach zu berechnen, also die Kosten / Jahr.  Gleich mal schauen, wieviel  kg  Propan-Gas ist nötig, um ihre 10.000 kWh thermisch frei zu setzen;  und wieviel kosten die?  
Antwort:  10.000 kWh- th  hat man bei 1000 Liter Heizöl (870 kg)
oder 776  kg  Flüssiggas LPG;  Die Preise schauen Sie selber  nach; 1.9.15 A. Röck
Kommentiert 2, Sep 2015 von Geckler, Heinz (2,488 Punkte)
Guten Tag Herr Röck,
ich würde mich freuen, wenn die Kommentare in diesem Portal nicht so "direkt" wären: D.h., hier schreibt  also jeder, auch wenn er null u. nichts die Ahnung hat!
Ich bin der Meinung es sollten bei den meisten Fragen keine pauschalen Äußerungen abgegeben werden. Es kommt in jedem einzelnen Fall auf die Details an, die das jeweilige Projekt beeinflußen.
Ich selbst wohne z.B. in einem gemieteten Objekt. Dort konnte ich mit dem Vermieter abstimmen, dass wir eine PV-Anlage und eine Heizungs-Wärmepumpe installieren dürfen. Eine Dämmung der Gebäudehülle wäre für uns als Mieter überhaupt nicht in Frage gekommen. Die jetzt installierte Technik könnte ich wenigstens wieder zurückbauen, sollten wir dort ausziehen ( müssen ).
Außerdem sind wir mit unseren bisher erzielten Einsparerfolgen mehr als zufrieden. Obwohl das Objekt grundsätzlich nicht ideal für den Einbau einer Wärmepumpe geeignet ist ( 2-Fam.-Haus, Bj. 1960, 176m² WFl, unsaniert, Heizkörper ) konnten wir mit unserem System die Energiekosten um ca. 60% reduzieren. Das bedeutet eine Amortisation innerhalb von ca. 10 Jahren, wobei nicht berücksichtigt ist, dass die bestehende Öl-ZH sowieso in den nächsten Jahren hätte ausgetauscht werden müssen.
Zusätzlich konnten wir den Energiebezug durch das System, das dieses Jahr noch durch einen Stromspeicher ergänzt wurde, auf ca. 10.000 kWh für Heizung, WW-Bereitung und Bezugsstrom für beide Wohnungen reduzieren. Die beiden Wohnungen hatten bisher mit Allgemeinstrom einen Verbrauch von ca. 7.500 kWh. Das bedeutet, dass wir mit nur 2.500 kWh zusätzlichem Strombezug ca. 4.200 Liter Ölverbrauch pro Jahr ersetzt haben. Zusätzlich speisen wir noch ca. 2.000 kWh Überschuss-Strom ins Netz ein. Somit haben wir in der Bilanz mit ca. 500 kWh zusätzlichem Netto-Stromverbrauch im Vergleich zur Ausgangssituation über 4.000 Liter Heizölverbrauch kompensiert.
Wie Sie sicher selbst feststellen können gibt es bei intelligentem Einsatz von erneuerbaren Energien, idealerweise natürlich ergänzt durch Dämm-Massnahmen, sehr wohl funktionierende Lösungen, die auf Grund landläufiger Meinung oft "verdammt" werden. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass in Zukunft alle Gewerke über den Tellerrand hinausschauen und vor allem in der Sanierung mehr in Konzepten denken.
Mehr zu unserem System finden Sie auch auf meiner Homepage, die ich extra für das Projekt erstellt habe: www.geckler-ee.de
Liebe Grüße
Heinz Geckler

4 Antworten

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Beantwortet 27, Aug 2015 von Roland Siemon (185 Punkte)

Das kommt darauf an, wie weit Sie das Haus sanieren wollen. Momentan liegen sicherlich keine Heizungsrohre, sodaß sich im einfachsten Fall eine Infrarotheizung anbieten würde. Wärmedämmung natürlich vorausgesetzt. Alle anderen Fälle sind wasserbasierende Systeme, d.h. es müssen Heizungsrohre verlegt werden. Falls es machbar ist, sind Fußbodenheizungen die erste Wahl. Die Vorlauftemperaturen sind gering. Eine Erdwärmepumpe bietet sich an. Diese wird teilweise von der PV-Anlage bei Sonnenschein versorgt. Zusätzlich läßt sich eine Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung mit ausreichend großem Speicher installieren. 

Solange jedoch die Heizlast des Hauses nach der Sanierung nicht bekannt ist und mit welchem finanziellen Aufwand Sie sanieren möchten, lassen sich keine konkreten Aussagen treffen. Eines steht jedoch fest: je mehr Leute Sie fragen, desto mehr verschiedene Antworten werden Sie erhalten. Und jeder empfiehlt das Beste. Daher sollten Sie sich bestehende Projekte einfach mal selber anschauen, ggf. bei den Nachbarn klingeln und zum Schluß das installieren lassen, was Ihnen gefällt.

In jedem Fall ist die Kombination einer  Heizung mit gesicherter Brennstofflieferung bzw. Bevorratung ( Strom, Pellets) und einer Alternativenergieheizung für kostenlosen Brennstoff ideal. 

+1 Punkt
Beantwortet 27, Aug 2015 von Geckler, Heinz (2,488 Punkte)

Hallo David F.

je nachdem, was Ihnen die Optimierung Ihres Heizsystemes wert ist gibt es auch noch eine Möglichkeit weiter mit Speicherheizungen zu arbeiten. Selbst die Politik hat inzwischen erkannt, dass Speicherheizungen eine Möglichkeit sind, Strom intelligent zu speichern. Dimplex hat dazu ein System entwickelt, das Sie hier finden:

http://www.dimplex.de/speicherheizung/intelligent-quantum.html

Obwohl ich grundsätzlich kein großer Freund der Speicherheizungen bin ist das eine Möglichkeit, relativ preiswert PV und Speicherheizung zu kombinieren.

Wenn Sie am Gebäude auch an der Gebäudehülle Verbesserungen vornehmen wäre unter Umständen auch der Umstieg auf eine Wärmewellen-Heizung möglich.

Wenn Sie die Investition in eine Zentralheizung planen ist die Kombination PV und Wärmepumpe erste Wahl. Wir betreiben eine solche Anlage selbst im unsanierten Altbau Bj. 1960 mit 176 m² Wohnfläche. Obwohl wir keine Flächenheizung sondern Heizkörper installiert haben ( bestehendes System im gemieteten Objekt ) haben wir aktuell Energiekosten in Höhe von ca. 2.000,- € pro Jahr für Heizung, Brauchwasserbereitung und Allgemeinstrom für beide Wohnungen. Mehr Infos über unsere bisherigen Erfahrungen finden Sie hier:

www.geckler.de/scripts/show.aspx?content=/info/aktuelles/news_04

Viel Erfolg und kompetente Handwerker wünscht Ihnen

Heinz Geckler

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Beantwortet 27, Aug 2015 von Thomas Reis (39 Punkte)
Bearbeitet 28, Aug 2015 von Thomas Reis

Es gibt ganz viele günstige Low Tech Lösungen (gedämmte Vorhänge ) Der geniale Kris de Decker veröffentlicht diese sehr gerne und oft ungewöhnliche Tipps wie Heizdecken, beheizte Schreibtische und Stühle oder beheizte Socken.

Günstige Heizsysteme im LowTech Magazin 

image


Was auch seit den 60ern gerne bei Pferde oder Nutztier Haltern verwendet wird ist die direkte Wärme für Warmwasser zu nutzen, welche bei der Rotte(Digestion) frei wird. Eine mehr High Tech Variante ist aus Schwarzwasser Biogas zu erzeugen und so ein bald CO2 Negatives Haus sein eigen zu nennen. Hier der Artikel im Mein Bezirk dazu von mir, welcher sicher bei steigenden Meeresspiegel bald deutlich an Brisanz zulegen wird. Habe noch so viel Ware(Antiquitäten, Deko und Weihnachstschmuck) von meinen Schwestern würde für ein (Sozial-) Pop-up Shop reichen. Wer will so ein Shop im Dezember machen bzw. wer hilft mir einen Schwarzwasser Mini Bioreaktor in meinem Keller aufzubauen?

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Beantwortet 28, Aug 2015 von Erik Liebert (454 Punkte)

Hallo David

ich kann mich den Vorrednern nur anschließen.

Auch wenn wir hier in einem PV Forum sind und Solarstrom eigentlich zu wertig ist um ihn zu "verheizen" bestehen Möglichkeiten, dies doch mit gutem "Gewissen" zu machen.

Die Problematik wird bei einem 1969er Baujahr die fehlende Dämmung sein, weil PV im Winter nur sehr begrenzt Energie liefern kann und man entsprechend auch nur einen sehr geringen Energiebedarf haben sollte.

Also mind. 16 cm Dämmung und 3-fach Glas sind bei solchen Konfigurationen heute Standard.

Man kann mit der Wärmepumpe die Energie aus der Sonnenenergie durch die Funktionsweise um den Faktor 2 bis 5 hochholen, je nachdem welches System man wählt.

Eine Erdwärmepumpe bringt am meisten, aber geht nicht in jeder Region Untergrundsbedingt und ist auch am teuersten. Eine Aussenluftwärmepumpe aus China für kleines Geld bringt zumeist am wenigsten und macht oft viele Sorgen. Hier bietet Mitsubishi mit der Zubadan Wärmepumpe eine tolle Lösung, diese arbeitet nämlich auch unter 0 Grad was "einfache" Luftwärmepumpen nicht mehr tun.


Eine andere Komnination wäre ein holzbasiertes System für diese kalten Temperaturen und dann die Wärmepumpe für den Bereich zwischen 0 und 15 Grad.

Aber egal wie man muss schon deutlich Geld in die Hand nehmen und braucht Idealismus und Langblick, denn bei meinen Kontakten mit diesen Fragestellungen ist dann doch meist die Entscheidung zum Gasbrennwertkessel als geringste Investition unter mittelfristigen ökonomischen Kontakten gefallen.

Wenn es denn ein bischen weiter ging hat man sich mit holzbasierten Systemen in Verbindung mit Fördermitteln der BaFa etwas wirtschaftlich rechnen können, aber eine gute Wärmepumpe mit PV Anlage kostet schon Geld ( und bedingt ein Mindestmaß bei der Gebädededämmung)  und es kann auch nicht jeder Heizungsbauer, da hierbei die Volumenströme eine entscheidende Rolle spielen und das System nicht so einfach wie eine Gasheizung aufgebaut ist.

Eine Empfehlung für die verschiedenen Varianten wäre auch, einen guten Energieberater zui kontaktieren und sich die Möglichkeiten aufzeigen zu lassen.

Eine solche pauschale Anfrage in einem Forum wie diesem kann keine befriedigende Antwort bringen, weil weder Ihr Investitionskontigent noch Ihre Präferenzen bekannt sind und man mit diesen Kennwerten als Eingangsgröße dann auch nicht über den Daumen loslabbern sollte sondern mit einer sinnigen Bestandsbetrachtung einige Berechnungen anstellen sollte...

Viel Erfolg

Erik Liebert

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