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Warum Tesla seine Batterien mit Solarstrom produzieren will

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Eingestellt 16, Jul 2015 in Elektroauto, E-mobility von Karl-Heinz Remmers (137 Punkte)

Liest man die Veröffentlichungen zu Teslas "Gigafactory 1" nebst entsprechender Architektur und Geländeanimationen so spielt die Versorgung der Batteriespeicherfabrik mit Solarstrom eine große Rolle. Nun arbeitet Tesla-Frontmann Elon Musk bekanntermaßen auch umfangreich im Solarsektor direkt (Solarcity, Silevo), und die Verwendung von Solarstrom hat in der Story um Elektroautos natürlich eine sehr große Bedeutung. Elektrospeicher in Form von Batterien brauchen Solaranlagen ebenso wie Elektroautos - der Kreis ist perfekt geschlossen. Aber natürlich muss das Ganze bekanntermaßen wirtschaftlich sein.

So entsteht die Gigafactory auf kostenlosem Land des US-Bundesstaates Nevada. Zudem wird über erhebliche Steuerbefreiungen und ähnliches berichtet (Anmerkung: Nevada ist in den USA, nicht in China - nur wenn jetzt jemand über unfairer Wettbewerb nachdenkt). Nevada hat also nicht nur massiv geholfen, um das Rennen um die Fabrik zu entscheiden, es gibt dort bekanntermaßen auch viel Platz und recht viel Sonne- zumindest mehr als Mitteleuropa.

Am Mittwoch (8.7.2015) haben wir zugleich einen neuen Preisrekord für Solarstrom gesehen: First Solar liefert in den USA für 3,87 US-Dollarcent/Kilowattstunde Solarstrom an Waren Buffet. So - und damit ist sicher jedem klar warum Tesla nicht nur aus PR- oder anderen Gründen auf Solarstrom „made in USA“ für Batterien „made in USA“ setzt: Es ist knallhart der billigste Strom überhaupt. CO2-Freiheit gibt es dazu geschenkt.

Ich freue mich, dass damit nun erstmals auch unter vier US-Dollarcent Solarstrom im Angebot ist und das obwohl derzeit gerade First Solar beim Rennen um neue Großanlagen in der EU oft das Nachsehen hat. Sie sind meist einfach zu teuer gewesen, um mit anderen Anbietern mithalten zu können, die auf (sogar von Zöllen überteuerte) kristalline Module setzen. Aber die Anlage ist ja auch im Heimatland von First Solar und mit 100 Megawatt nicht direkt vergleichbar mit 5 Megawatt-Anlagen in Deutschland.

Wie meist bei den Preisnennungen in den US-amerikanischen PPAs (Stromkaufverträge) sind dort Steuereffekt bereits eingepreist, was man als Förderung sehen muss. Sieht man aber die Preise für Solarstrom in Ostdeutschland an (8,99 Cent/Kilowattstunde EEG) mit 950 Kilowattstunden/Kilowattpeak, dann ist einem schnell klar, dass mit doppelter Solarstrahlung und der Größe der Anlage auch ohne Steuererleichterungen billiger Strom in USA produziert werden kann. Billiger als Braunkohlekraftwerke heute. Nicht in ein paar Jahren, wenn die Photovoltaik-Anlagen an sich nochmals bis zu 50 Prozent billiger sein werden.

Das Beispiel USA zeigt, wie sich dann eine Kette aus Produktion, Stromerzeugung und Verwendung in vielen Facetten schließt. Oder anders gesagt: Im Westen haben uns gerade die Amis abgehängt, im Osten die Chinesen. Zeit mal nachzulegen.

Zum Blogpost hier: http://www.pv-magazine.de/meinung/blogdetails/beitrag/warum-tesla-seine-batterien-mit-solarstrom-produzieren-will_100019838/

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