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Ist 100% Autarkie überhaupt sinnvoll?

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Eingestellt 9, Jun 2015 in Energiewende von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Liebe Besucher des Forums,

ich möchte hier gerne ganz provokant die Frage in den Raum stellen, in wie weit eine 100%-ige Autarkie nachhaltig sein kann. Macht es überhaupt Sinn, eine 100%-ige Autarkie anzustreben?

Ich habe inzwischen zum Beispiel in der Kombination von PV-Anlage mit Speichersystem die Erfahrung gemacht, dass zu vertretbaren Investitionskosten eine bis zu mehr als 80%-ige Autarkie möglich ist. Natürlich kommt es immer auf die konkrete Situation vor Ort an. In einem Gebäude wie in unserem Wohnhaus mit Wärmepumpenheizung ist eine solche Quote über das gesamte Jahr überhaupt nicht realisierbar. Immerhin erreiche ich außerhalb der Heizsaison eine Autarkiequote von bis zu 95% in meinen überwachten Kundenanlagen ( inklusive Brauchwasserbereitung mit WP ).

Sollte das Ziel sein, eine solche Quote über das gesamte Jahr zu erreichen, müssten nicht nur sehr große Summen investiert werden, sondern es müssten auch bei der Produktion der benötigten Komponenten so viele Ressourcen eingesetzt werden, dass eine Nachhaltigkeit von mir in Frage gestellt wird.

Ich freue mich auf viele Antworten und lasse mich gerne auch eines Besseren belehren.

   

2 Antworten

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Beantwortet 9, Jun 2015 von Martin Werner (2,067 Punkte)
Bearbeitet 13, Jun 2015 von Martin Werner

Hallo Herr Geckler,

ich stimme Ihnen voll zu. Wie ich hier schon mehrfach berichtet habe scheint mir ein Autarkiegrad > 65 % oder vielleicht auch 75 %, je nach vorliegenden Bedingungen, im Jahresmittel mit vernüftigem Aufwand nicht erreichbar ist. Das bezieht sich sowohl auf den finanziellen, als auch den Aufwand an Material, insbesondere natürliche Ressourcen.

Eine Möglichkeit letzteres etwas zu durchbrechen, sind vielleicht die Redox-Flow-Batterien auf Vanadium Basis, diese sollen jetzt auf der Intersolar auch als Heimsysteme vorgestellt werden. Der Elektrolyt  ist unproblematisch in vielerlei Hinsicht  und die Speicherkapazität kann über das Elektrolyt-Volumen nahezu beliebig dimensioniert werden. Aber auch damit wird man vermutlich schnell an die finanziellen Grenzen der Sinnhaftigkeit stoßen.

Beste Grüße

Martin Werner

Edit 13.06., 22:15h : Schreibfehler verbessert

+1 Punkt
Beantwortet 9, Jun 2015 von Martin Schorlies (938 Punkte)

Dann geb ich mal gerne meinen Senf dazu:


Derzeitig gibt es für mich nur 2 Autarkieszenarien, die vertretbar sind:

1. An alternativlosen Orten (weil es sonst nichts gibt) in einem positiven Verhältnis zwischen Nutzen/Aufwand - Luxus = 0

2. Weil man die Energieform im kontinuierlich Überfluss hat ( Geothermie, Laufwasser, Wind, Holz, Biogas...), wo die Sonne nur ergänzende Rolle spielt, wenn man nicht gerade am Äquator ist. Wobei der Grundbedarf immer gedeckt sein muss.. sonst zahlt man unverhältnismäßig drauf oder schränkt sich notwendigerweise ein (naja... oder man verbraucht die Komponenten, statt eines Gebrauchs)

Auf die Gesamtsitiation eines Quartiers, Stadt, Land usw. sind intelligente  Netzte wünschenswert, damit endlich keine unnötigen* Giftstoffe freigesetzt werden müssen.

*= ja, leider gibt es auch noch notwendige Anwendungen, aber Strom und Wärme, Mobilität und Licht kann man auch anders erlangen, als durch Verbrennungsprozesse.

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