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Ist es sinnvoll die Waschmaschine direkt an das Warmwasser anzuschliessen?

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Eingestellt 20, Feb 2015 in Solare Wärme, Heizen von Anja Wagner (83 Punkte)

Ich habe eine Solarthermieanlage auf meinem Dach (zwei Vakuumkollektoren, 1000L Pufferspeicher, drei Personen Haushalt). Allerdings habe ich bemerkt, dass meine Waschmaschine nur einen Kaltwasseranschluss hat, da dort wo die Waschmaschine steht gar kein Warmwasseranschluss vorhanden ist. Die Waschmaschine muss allerdings dort stehen bleiben, wo sie ist. Ist es sinnvoll einen Warmwasseranschluss zur Waschmaschine zu legen. Mein Handwerker sagt natürlich "Ja". Da verdient er ja schliesslich was daran.

   

6 Antworten

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Beantwortet 24, Feb 2015 von Herwig Hufnagel (632 Punkte)
ausgewählt 26, Feb 2015 von Anja Wagner
 
Beste Antwort
Hallo Frau Wagner,

in unserem  Haushalt sind die Waschmaschine und auch der Geschirrspüler an der Warmwasserbereitung Solar+Nahwärme angeschlossen. An sonnenarmen Tagen leeren die Wasch/Geschirrspülmaschinen unseren 500 Liter Boiler, dann müssen wir sogar nachheizen. Bei uns sind nur Flachkollektoren installiert, die erreichbare Temperatur in  der Übergangszeit  Frühling/Herbst ist in einer nebligen Saison wie wir sie heute gerade haben gerade ausreichend zum Duschen. Aber der Wirkungsgrad der Solaranlage hängt auch davon ab, wie weit der Puffer/Boiler  entladen wurde. Also erst duschen, dann Geschirrspüler einschalten, dann Waschmaschine laufen lassen. Am nächsten Tag haben die Kollektoren einen stark ausgekühlten Puffer/Boiler zu beladen, bekommen niedrige Rücklauftemperaturen und entsprechend erhöht sich auch die von der Sonne gespeiste Energie.

Mit einem Strommessgerät haben wir dann an der Waschmaschine nachgemessen. Bei voller Sonnenleistung sinkt der Stromverbrauch beim Waschen auf ca. 1/3 der Strommenge, die der Hersteller für den Waschgang angegeben hat. Bei lauen Temperaturen im Boiler ist der Stromverbrauch der Waschmaschine immer noch auf gut 50 - 60% reduziert. Einregeln müssen wir hier nichts. Die Waschmaschine nimmt das vorgewärmte Wasser auf und heizt dann mit Strom auf die gewünschte Waschtemperatur nach.

Der Einsatz der Warmwassernachheizung durch eine weitere Energiequelle (bei uns die Nahwärme) ist nun knifflig, da hier mit Komforteinstellungen viel Wirkungsgrad zerstört werden könnte. Je höher die Warmwassertemperaturen eingestellt sind, desto früher muss die Nahwärme nachheizen, desto weniger bleibt für die Kollektoren zu tun. Hier muss der Haushalt selbst herausfinden, ob es besser ist, bei Sonnenschein das Wasser schnell zu verbrauchen (hat dann auch keinen Speicherverlust, Kollektor hat länger was zu tun), aber am Abend könnte der Boiler zum Baden zu kühl geworden sein. Oder die Wäsche nach dem Duschen zu Waschen, da wir Menschen bei 37- grädigem Wasser bibbern, die 30°- Wäsche den Boiler aber noch weiter entladen kann. Bei uns zuhause kommt das System ANKE zur Anwendung, meine Frau lebt mit dem Wetterbericht und holt das Beste aus den Kollektoren raus. Nach 20-jähriger Testphase wird hier schon ein prophetisches Wettergefühl entwickelt.

Vorschaltgerät oder neue Waschmaschine mit Warmwasseranschluss? Bekannte Freunde sind in die Tropen nach Australien ausgewandert. Die dortigen Waschmaschinen sind prinzipiell mit Warmwasser und Seifensparfunktion ausgestattet. Die Hersteller dort sind die gleichen wie bei uns auch. Nur dass dort die Waschmaschinen viel billiger sind. Also haben wir die Australische Internet - Suchmaschine genommen, dort gesucht und Ausgewählt, die Herstellernummern dann bei unseren Händlerportalen eingegeben. Und siehe da: eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss eines namhaften Herstellers für unter 700 Euronen neu, war ohne die australischen Nummern nicht zu finden. Einfach mal ausprobieren, vielleicht klappts noch. Vorschaltgeräte sind ja auch nicht billig .....
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Beantwortet 26, Feb 2015 von Gaby Roost (52 Punkte)

Sehr geehrte Frau Wagner

wir haben das Thema Des Anschlusses von Waschmaschinen und Geschirrspülern am Warmwasser für einen Artikel (Schweiz) recherchiert. Er ist etwas lang. Sie finden ihn im Folgenden:

Strom fürs Spülen und Waschen und nicht fürs Heizen

Steht der Ersatz der alten Waschmaschine oder des Geschirrspülmaschine an, ist die Energieetikette der Wegweiser, um ein energieeffizientes Gerät zu finden. Die besten Geräte verfügen heute über die A+++ Klasse. Eine weitere Einsparung kann je nach Art der Warmwasseraufbereitung im Haushalt auch eine Maschine mit Anschluss ans warme Wasser bringen.

Waschmaschinen und Geschirrspüler benötigen bis zu 80 Prozent ihres Stromverbrauchs für das Aufheizen des Warmwassers zum Waschen und Spülen. Doch dazu ist Strom zu wertvoll und zu teuer. Eine Alternative bieten Geräte mit einem Warmwasseranschluss. Waschmaschinen für Warmwasseranschluss verfügen über zwei, also einen Kalt- und einen Warmwasseranschluss. Geschirrspüler haben einen Anschluss und müssen für den Warmwasseranschluss zugelassen sein. Solche Gerätemodelle nutzen das warme Wasser direkt aus dem Boiler, so dass sich ihr Stromverbrauch massgeblich reduziert – mit einer Einschränkung: Keinen Sinn macht ein Warmwasseranschluss, wenn im Gebäude die Wassererwärmung mit Strom (Elektroboiler) erfolgt. Das ist ein Nullsummenspiel. Dienen hingegen erneuerbare Energien wie Sonnenenergie, Wärmepumpen oder Holz der Warmwasseraufbereitung, reduziert sich der Stromverbrauch der Geräte und die Umwelt wird entlastet. Bei einer Öl- oder Gasheizung zur Wassererwärmung ist ein Warmwasseranschluss prüfenswert und vor allem dann sinnvoll, wenn das Gebäude mit erneuerbaren Energien nachgerüstet wird.   

Im Mehrfamilienhaus: Energie- und Kosteneinsparung

Lohnt sich ein Warmwasseranschluss bei diesen Geräten finanziell? Das zeigt die Berechnung der Gesamtkosten. Dabei sind Neubauten und bestehende Gebäude zu unterschieden. Wer neu baut oder eine Sanierung der Wasserinstallation in einem Haus vornimmt, integriert den Warmwasseranschluss für die Geräte kostengünstig in Planung und Bau und profitiert. Ebenso ist beim altersbedingten Ersatz des Geschirrspülers ein neues Gerät mit Warmwasseranschluss in der Regel wirtschaftlich. Denn die Spülmaschine steht meistens in der Küche, wo bereits eine Warmwasserleitung in der Nähe ist, so dass die Installationskosten gering ausfallen.

Im Umfeld der Waschmaschine hingegen gibt es oft nur einen Kaltwasseranschluss. Die Leitung für das warme Wasser muss nachträglich installiert werden. Das lohnt sich im Mehrfamilienhaus – wie eine Untersuchung der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz, S.A.F.E. zeigt – aufgrund der hohen Geräteauslastung in jedem Fall. Über eine Nutzungszeit von 15 Jahren ergeben sich pro Gerät Kosteneinsparungen gegen 1000 Franken. Im Einfamilienhaus hängt die Einsparungen letztlich von den spezifischen Installationskosten ab. Es empfiehlt es sich deshalb, eine Offerte bei einer Fachperson einzuholen.

Wichtige Informationen zum Warmwasseranschluss von Geschirrspülern und Waschmaschinen sowie geeignete Modelle sind unter www.topten.ch zu finden. Ausserdem bietet die Webseite einen Überblick über die Energieeffizienz dieser Geräte. Die stromsparendsten Geschirr- und Waschmaschinen verfügen über die Energieetikette mit der Klasse A+++.

Die Broschüre des Bundesamt für Energie bietet eine Entscheidungshilfe bei der Frage «Defekte elektrische Geräte reparieren oder ersetzen»:

http://www.energieschweiz.ch/de-ch/wohnen/haushaltgeraete/reparatur-oder-neukauf.aspx

+1 Punkt
Beantwortet 20, Feb 2015 von Martin Werner (2,069 Punkte)

Hallo Frau Wagner,

wenn Sie eine Solarthermie-Anlage haben, die in einigen Monaten im Jahr große Überschüsse produziert, ist es natürlich sinnvoll, das warme (heiße) Wasser zu nutzen. Allerdings sollte auch die Waschmaschine entsprechend geeignet sein und/oder man braucht ein Vorschaltgerät, das die Wassertemperatur vormischt. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Hersteller oder Installateur smiley

Grüße

Martin Werner

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Beantwortet 21, Feb 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)

Hallo Anja Wagner,

wenn die Geräte die Nutzung mit warmem Wasser unterstützen ist da sicher eine gute Variante. Wie Herr Werner bereits angedeutet hat, erzeugt eine solarthermische Anlage über lange Zeiten im Jahr warmes Wasser im Überschuß.

Da dies jedoch nicht für das ganze Jahr gilt sind wir derzeit dabei uns zu überlegen, eine kleine intelligente Steuerung zu entwickeln, mit der vielleicht in Zukunft automatisch auf die Nutzung mit warmem Wasser umgeschaltet wird, wenn dieses auch erneuerbar erzeugt wurde. Wenn kein warmes Wasser aus erneuerbarer Erzeugung zur Verfügung steht wird dann wieder auf den Kaltwasseranschluss umgeschaltet. Dies gilt sowohl für die Erzeugung mit einer solarthermischen Anlage wie auch für die Warmwasserbereitung in der Kombination PV + Brauchwasser-Wärmepumpe.

Vielleicht können mri ein paar der Profis hier im Portal Ihre Meinung zu einer solchen Lösung mitteilen.

Kommentiert 23, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Hallo Herr Geckler, auch wenn das warme Wasser nicht mit erneuerbaren Energien bereitgestellt wurde, ist es primärenergetisch immer noch sinnvoll, und auch kostengünstiger, die Waschmaschine damit zu betreiben als kaltes Wasser in der Waschmaschine elektrisch auf die erforderliche Temperatur zu heizen. Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
Kommentiert 23, Feb 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Guten Abend Herr Stöhr,
ich bin mir nicht ganz sicher, ob das so richtig ist. Sicher ist die Brauchwasser-Bereitung mit dem zentralen Kessel während der Heizsaison günstiger wie mit dem im Gerät integrierten Heizstab. Wenn jedoch die Heizung an sich ausgeschaltet ist sieht die Sache eventuell ganz anders aus.
Ich hatte im Jahr 2013 einen Versuch gemacht:
Ich hatte mit meiner Wärmepumpe das Brauchwasser im 300-Liter-Speicher auf 45°C erwärmt. Da wir in Miete wohnen und ich nicht wollte, dass der bestehende Ölkessel versottet habe ich das vorgewärmte Wasser durch den innenliegenden Speicher im alten Ölkessel geführt und dort auf 60° nacherwärmt. Zusätzlich habe ich einen Ölzähler installiert. Das Ergebnis war, dass alleine für die Brauchwasserbereitung im Jahr 2013 670 Liter Heizöl verbraucht wurden. Bei einem Brennwert von ca. 10 kWh/l bedeutet das einen Verbrauch von fast 7.000 kWh/a. Im Jahr 2014 habe ich statt der Heizungswärmepumpe und dem Ölkessel eine Brauchwasser-Wärmepumpe genutzt. Das Ergebnis ist, dass wir in 2014 ( trotz einem erwachsenen Bewohner mehr ) nur noch 1.230 kWh Strom für die Brauchwasser-WP benötigt haben. Dieses Ergebnis wird sicher im Jahr 2015 nochmals verbessert, da wir auf Grund des von uns eingebauten Wärmemengenzählers festgestellt haben, dass die Brauchwasser-WP nur mit einer Arbeitszahl von ca. 2 läuft, obwohl im Datenblatt eine Leistungszahl von 4,4 dokumentiert ist. Statt der im Datenblatt angegebenen Heizleistung von 2,2 kW bringt unsere WP maximal ca. 1kW. Diese Woche kommt noch der Service vom Hersteller um das System zu überprüfen.
Kommentiert 25, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Hallo Herr Geckler,
der Wirkungsgrad der Heizung ist außerhalb der Heizperiode sicherlich schlechter als in der Heizperiode, aber er müsste unter etwa 40% sinken, damit für die von der Heizung bereitgestellte Wärme mehr Primärenergie benötigt wird, als durch das elektrische Aufheizen mit dem üblichen Elektrizitätsmix. Das ist aber unwahrscheinlich.
Kostengleichheit von direkter elektrischer Wärmeerzeugung in der Waschmaschine und Warmwasserbereitung durch eine konventionelle Heizung liegt vor, wenn die effektiven Wärmekosten etwa 29 ct/kWh betragen. Sie liegen aber auch bei einem schlechten Wirkungsgrad deutlich darunter, weshalb die Warmwasserbereitstellung durch eine konventionelle Heizung auch kostengünstiger ist, als die direkte elektrische. Bei einer Wärmepumpe muss neu gerechnet, dabei aber die Kosten der Wärmepumpenanschaffung berücksichtigt werden, um die Optionen vergleichen zu können. Es mag sein, dass dann der Warmwasseranschluss der Waschmaschine ganzjährig die beste Option ist.
Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
0 Punkte
Beantwortet 1, Mär 2015 von Martin Hundhausen (109 Punkte)
Es wurde im Bezug auf die Nutzung von Warmwasser für die Waschmaschine ja von einem notwendigen Vorschaldgerät gesprochen. Wir haben kein solches Vorschaltgerät, aber wir haben festgestellt, dass die Waschmaschine nur beim ersten Waschgang überhaupt heizt. D.h. man kann am Anfang mit warmem Wasser auffüllen und danach die Maschine einfach weiter am normalen Anschluss laufen lassen. Wenn die Temperatur ausreicht, wird dann gar kein Strom mehr fürs Heizen verwendet. Der Strom, den dann nur noch der Motor braucht ist ein Bruchteil. Man kann dann leicht - je nach Zahl der Waschgänge im Jahr - mehrere hundert kWh Strom einsparen. Bei 300kWh sind das fast 100 Euro im Jahr - die Sache lohnt sich also sicher auch ökonomisch, wenn die Kosten für den notwendigen Anschluss nicht zu hoch sind.

Wir haben übrigens einen Top-loader, so dass die Befüllung vor dem Start des Waschgangs mit dem Schlauch von oben geht. Ein T-Stück und ein Hahn zum Warmwasseranschluss sollte aber auch gehen. Man muss dann nur aufpassen, wann der Füllvorgang beim ersten mal beendet ist und auf kalt umstellen, denn für die späteren Spülgänge arbeitet die Waschmaschine mit kaltem Wasser.
0 Punkte
Beantwortet 1 Sep von Mijk8 (12 Punkte)

Hast du es geschafft? Ehrlich gesagt hatte ich eine ähnliche Erfahrung und habe es problemlos geschafft. Nebenbei habe ich auch meinen Trockner angeschlossen und es zusammen mit der Waschnaschine in einem Waschmaschinenschrank von https://www.waschturm.de/ gelegen. Es sieht sehr Hammer aus, ich habe mehr Platz bekommen und die Vibrationen wurden auch geringer. Daher würde ich dir empfehlen auch so etwas zu machen und ich hatte jetzt seit ein paar Monaten keine Probleme damit, meine Frau ist auch damit zufrieden.

Viel Glück und hoffe, dass ich dir hilfreich war.

Mit freundlichen Grüßen

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