Firmenverzeichnis Experts PV-Log Preisvergleich
Blog Über Top50-Solar

Lohnt sich das denn? Wie wirtschaftlich sind Photovoltaikanlagen noch?

+7 Punkte
3,424 Aufrufe
Eingestellt 20, Feb 2015 in Photovoltaik von Michael Vogtmann (237 Punkte)
Bearbeitet 21, Feb 2015 von Michael Vogtmann

Wie Wirtschaftlich sind Photovoltaikanlagen, wie hoch ist die Rendite Und was gibt es noch für Methoden und Kennzahlen?

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage ist genauso alt wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sehr gebräuchlich ist der Begriff der Rendite. Aber was hat es damit eigentlich auf sich?

Was bedeutet es eigentlich, wenn man sagt eine Investition ist wirtschaftlich? Wikipedia sagt dazu: „Wirtschaftlichkeit ist ein allgemeines Maß für die Effizienz im Sinne der Kosten-Nutzen-Relation […]. Sie wird allgemein als das Verhältnis zwischen erreichtem Erfolg und dafür benötigten Mitteleinsatz (Aufwand) definiert.“ Unter Ertrag versteht man hierbei den in Geld gemessenen Wertezuwachs zum Zeitpunkt der Betrachtung. Aufwand steht für den in Geld gemessenen Wert aller verbrauchten Güter und Leistungen.

Bei Volleinspeisung genügt noch ein Taschenrechner
Bei einer kleineren Photovoltaikanlage mit Volleinspeisung ließ sich die Wirtschaftlichkeit noch relativ leicht darstellen. Es gab einen Investor, der ein Gebäude besaß. Dort wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die von ihm selbst betrieben wurde.

Der Wertzuwachs ergab sich aus der Einspeisevergütung nach dem EEG. Die Vergütung konnte  leicht prognostiziert bzw. berechnet werden. Man musste dazu lediglich die pro Jahr ins Netz eingespeisten Kilowattstunden elektrischer Arbeit mit der Vergütung, die sich über die gesamte wirtschaftliche Betrachtungsdauer nicht veränderte, multiplizieren. Unter den Aufwand fielen vor allem die Investitionskosten, schließlich aber noch die Betriebskosten wie Reparaturen und Wartung, Versicherung, Zählermiete und gegebenenfalls Überwachung.

Dementsprechend einfach ließen sich in dem Fall die Zahlenwerte für eine individuelle Berechnung der Photovoltaikanlage besorgen. Die Rechnung konnte von jedem, der einen Taschenrechner bedienen kann, leicht nachvollzogen werden. Und die Bewertung des Ergebnisses war ebenso einfach: Ein Ergebnis größer 1 stellte einen Wertzuwachs dar. Bei einem Ergebnis gleich 1 war die Investition neutral und bei einem Ergebnis kleiner 1 erlitt man einen wirtschaftlichen Verlust.

 

Der Zins, der Schlüssel zur Rendite
Soweit so gut, aber auch bei Volleinspeisungs-Anlagen hat man in der Vergangenheit an dieser Stelle nicht aufhören dürfen zu rechnen. Das Photovoltaikanlagen kein Draufzahlgeschäft sind war schon immer eine Grundvoraussetzung, eine Wirtschaftlichkeit musste in jedem Fall gegeben sein. Da der Begriff der Wirtschaftlichkeit schon immer wenig aussagekräftig ist, bedient man sich häufig eines anderen Verfahrens. Mit der Berechnung der Rendite können die Interessen des Investors wesentlich besser befriedigt werden.

Aber was genau bedeutet eigentlich Rendite? Genau genommen ist dieser Begriff für eine verlässliche Bewertung ebenso wenig von Nutzen, da er als solches nur wenig Eindeutigkeit bringt. Um der Sache näher zu kommen muss man sich zunächst mit dem Zins beschäftigen. Aussagen zu Rendite sind untrennbar mit ihm verbunden. Der Zins ist das Entgelt, dass der Schuldner dem Gläubiger für vorübergehend überlassenes Kapital zahlt. Oder die Belohnung, die der Anleger für vorübergehend angelegtes Kapital erhält.

Welche Rolle spielt der Zins bei der Rendite?
In der Investitionsrechnung geht man davon aus, dass der Wert von Zahlungen exponentiell abnimmt, je weiter der Zahlungszeitpunkt in der Zukunft liegt. Dieser Effekt ist auf die Existenz von Zinsen zurückzuführen.

Verständlicher ausgedrückt könnte man fragen ob heute ausbezahlte 1.000 EUR mehr Wert haben als in 10 Jahren ausbezahlte 1.000 EUR. Man müsste antworten, dass heute ausbezahlt 1.000 EUR mehr wert sind, da sie zum Beispiel auf ein Sparbuch eingezahlt werden könnten, dort 10 Jahre lang Zinserträge erwirtschaften würden und dann verglichen mit den 1.000 EUR die man erst in 10 Jahren bekommen würde natürlich im Wert gestiegen wären.

Die Rechnung kann auch andersrum angestellt werden: Welchen Betrag müsste ich heute auf ein Sparbuch mit bekannter Verzinsung legen, damit der Betrag im Wert wachsen kann und in 10 Jahren einen Wert von 1.000 EUR hat? Oder noch einmal anders formuliert: Welchen heutigen Wert hat eine Einnahme, die erst in einigen Jahren anfallen wird, wenn der Zinssatz zum Abzinsen auf den heutigen Tag bekannt ist?

Der Zins spielt also bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle, da geklärt werden muss mit welchem Prozentsatz Ein- und Auszahlungen in der Zukunft, bezogen auf den heutigen Tag, abgezinst werden sollten. Bezieht man alles was in der Zukunft passiert mit einem festgelegten Zinssatz auf den heutigen Tag, kann man alle Einnahmen und alle Ausgaben gegeneinander verrechnen und erhält einen Wert. Dieser Wert wird Kapitalwert genannt.

Zurück zur Photovoltaik-Anlage: Ihr wirtschaftlicher Betrachtungszeitraum beträgt entsprechend der AfA-Tabellen in der Regel 20 Jahre. Somit erzeugen Photovoltaikanlagen zumindest über diesen Zeitraum Einnahmen, verursachen aber genauso lange Ausgaben. Einnahmen und Ausgaben bei denen man sich fragen muss welchen Wert sie heute - also zum Zeitpunkt der Investition - haben, wenn sie erst in einigen Jahren anfallen.

Wikipedia: Der Kapitalwert ist eine betriebswirtschaftliche Kennziffer der dynamischen Investitionsrechnung. Durch Abzinsung auf den Beginn der Investition werden Zahlungen vergleichbar gemacht, die zu beliebigen Zeitpunkten anfallen. Der Kapitalwert einer Investition ist die Summe der Barwerte aller durch diese Investition verursachten Zahlungen (Ein- und Auszahlungen).

Der Kapitalwert und unrealistische Annahmen
Um die Sache bis hierhin nicht noch komplizierter zu machen geht man bei dem Zinssatz für die Abzinsung von zukünftigen Einnahmen und Ausgaben von einem einheitlichen Zinssatz aus. Dieser spiegelt die Annahme wieder, dass man Geld in beliebiger Höhe zu diesem festgelegten Zinssatz aufnehmen kann bzw. anlegen wird. Diese Annahme ist natürlich nicht realistisch. Wer bekommt auf seinem Girokonto schon für Soll und Haben denselben Zinssatz? Und wer deckt jede Ausgabe sofort mit einem Kredit (zu diesem Zinssatz) und legt jede Einnahme sofort wieder (zu diesen Zinssatz) an? Unabhängig davon stellt der Kapitalwert eine finanzmathematisch anerkannte Annahme und somit eine wichtige Kennzahl der Investitionsrechnung dar.

Der Kalkulationszinsfuß führt zur Rendite
Wer den Kapitalwert einer Photovoltaikanlage berechnen möchte braucht bereits Software. Mit Papier, Bleistift oder Tabellenkalkulationsprogrammen kommt man nicht mehr weit. pv@now ist ein solches Werkzeug. Mit ihm können beliebige Photovoltaikanlagen wirtschaftlich betrachtet werden, zudem stehen eine ganze Reihe von Kennzahlen zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit zur Verfügung. Gibt man die Anlage aus Beispiel 1 in pv@now ein, ergänzt um einige weitere Angaben die vom Programm abgefragt werden, so erhält man kurz darauf einen Kapitalwert von rund 2.700 EUR. Bei der Berechnung dieses Kapitalwerts ist der Zinssatz, mit dem die zukünftigen Einnahmen und Ausgaben abgezinst werden, eine wesentliche Angabe. Dieser Zinssatz hat einen eigenen Namen, er heißt Kalkulationszinsfuß.

Wikipedia: Der Kalkulationszinsfuß wird in der Investitionsrechnung verwendet. Er bezeichnet die subjektive Mindestverzinsungsforderung eines Anlegers an seine Investition und bestimmt, wie stark weiter in der Zukunft liegende Zahlungen auf ihren Barwert abgewertet werden.

Bei der Berechnung, die zu dem Kapitalwert von 2.700 EUR geführt hat, wurde ein Kalkulationszinsfuß von 4 % angenommen. Ändert man den Kalkulationszinsfuß beispielsweise auf 2 %, so erhöht sich der Kapitalwert bereits auf rund 6.800 EUR. Ignoriert man die Abzinsungseffekte und setzt den Kalkulationszinsfuß auf 0 %, so steigt der Kapitalwert auf ansehnliche 12.300 EUR. Bei einem Kalkulationszinsfuß über 6 % fällt er gar ins Negative.

Die Wahl des Kalkulationszinsfußes sollte also sehr bedacht und bewusst geschehen. Die Grafik zeigt den Kapitalwert in Abhängigkeit vom Kalkulationszinsfuß. Diese Darstellung hilft einen besonderen Punkt zu finden: den Nulldurchgang des Kapitalwertes. In diesem Beispiel ist der Kapitalwert bei einem Kalkulationszinsfuß von 5,72 % genau Null.

Es gibt aber auch noch eine andere Art den Kalkulationszinsfuß zu interpretieren: Der Kalkulationszinsfuß ist der Zinssatz, zu dem das Eigenkapital hätte alternativ zur PV-Anlage auf dem Kapitalmarkt angelegt werden können.

Kapitalwert Null heißt nach der obigen Erkenntnis, dass der Investor zum Zeitpunkt Heute keinen Cent reicher ist als wenn er in eine Geldanlage auf dem Kapitalmarkt mit einer Rendite in Höhe des Kalkulationszinsfußes investiert hätte. Wenn die beiden Möglichkeiten genauso wirtschaftlich sind, dann bedeutet das auch, dass die Rendite der Investition in die Photovoltaikanlage genauso hoch wie die in die alternative Geldanlage ist und dem Kalkulationszinsfuß entspricht. Und somit haben wir zum ersten Mal in den bisherigen Ausführungen eine Rendite für die Photovoltaikanlage aus Beispiel 1 ableiten können: Die Rendite der Photovoltaikanlage aus Beispiel 1 beträgt 5,72 %.

Wikipedia: Der Begriff ist nicht scharf definiert. Es existieren verschiedene Arten von Renditen. Eine Definition lautet: Die Rendite bezeichnet den Gesamterfolg einer Kapitalanlage, gemessen als tatsächliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
 
Diese Vorgehensweise entspricht einem Modell der Investitionsrechnung: Bei der Internen-Zinsfuß-Methode verändere man den Kalkulationszinsfuß so lange, bis sich ein Kapitalwert von Null einstellt. Der dann gefundene Kalkulationszinsfuß heißt interner Zinsfuß (IRR) und stellt eine Rendite dar.
 
Wikipedia: Die Interne-Zinsfuß-Methode (englisch: IRR – Internal Rate of Return) ist ein Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung. Sie ermöglicht, für eine Investition oder Kapitalanlage, bei der unregelmäßige und schwankende Erträge anfallen, eine (theoretische) mittlere, jährliche Rendite zu berechnen. Der Abzinsungsfaktor, bei dessen Verwendung die diskontierten künftigen Zahlungen dem heutigen Preis bzw. der Anfangsinvestition entsprechen, heißt interner Zinsfuß. Ist dieser Zinsfuß größer als der Kalkulationszinsfuß (sprich: die Rendite ist größer als die Kapitalzinsen plus Risikoaufschlag), ist die Investition über die Gesamtlaufzeit berechnet wirtschaftlich.
 
Wer die Rahmendaten seiner Photovoltaikanlage kennt und ein Programm wie pv@now benutzt, kann also sehr schnell folgende zwei Kenngrößen bewerten: Wie groß wird der Kapitalwert wenn ich als Kalkulationszinsfuß zurzeit auf dem Kapitalmarkt real verfügbare Anlageoptionen mit vergleichbarem Risiko eingebe? Wie groß ist der interne Zinsfuß (IRR), sprich die Rendite?
 
Noch mehr Kennzahlen, jetzt nach Baldwin
Wer über die an sich etwas unrealistische Sache mit dem Anlegen von Geld zum internen Zinsfuß und dem Aufnehmen von Geld zum gleichen internen Zinsfuß hinaus weiter denken möchte, dem stehen weitere Kennzahlen wie zum Beispiel die Kalkulationszinsfuß-Methode als die interne Zinsfuß nach Baldwin zur Verfügung: Bei Baldwin werden Gelder die man bekommt (Einzahlungen, z.B. EEG-Vergütung, eingesparte Stromkosten) mit dem Kalkulationszinsfuß bis zum Ende der wirtschaftlichen Betrachtungsdauer angelegt. Es wird also so getan, als ob man alles was man je bekommt, bis zum Ende der wirtschaftlichen Betrachtungsdauer wieder mit dem Kalkulationszinsfuß anlegen kann und auch anlegen wird. Gelder die man bezahlt (Auszahlungen, z.B. Betriebskosten, Reparaturen,…) werden mit dem gleichen Kalkulationszinsfuß auf den Tag der Investitionen abgezinst. Es wird also so getan, als ob man alles was man je bezahlen wird gleich am ersten Tag bezahlt hätte. Jetzt bestimmt man den Zinssatz, mit dem man die Summe der bis zum Ende der wirtschaftlichen Betrachtungsdauer angelegten Gelder abzinsen muss damit sie die Summe der gleich am ersten Tag bezahlten Gelder genau ausgleicht. Dieser Zinssatz ist der „interne Zinsfuß (Baldwin)“. Auf die Art kann man den Zins für die Aufnahme von Geld bzw. für die Wiederanlage selbst bestimmen (Kalkulationszinsfuß) und erhält auch eine Rendite wie bei der Methode des internen Zinsfußes (IRR).
 
Wer möchte darf sich gerne festlegen, ob er die eine (IRR) oder die andere (Baldwin) Methode besser findet. pv@now berechnet beide Kennzahlen so dass der Nutzer entscheiden kann, woran er sich orientieren möchte.
 
Herrlich anschaulich: Der Liquiditätsüberschuss
Wem solche Kennzahlen und ähnliche finanzmathematische Klimmzüge weniger zusagen, der kann sich auch noch auf anschaulichere Methoden verlassen die einem die Frage beantworten helfen ob es sich denn lohnt oder nicht.
 
Wer sich für seine Photovoltaikanlage ein gedachtes Solarkonto einrichtet und darauf alle Einnahmen einzahlt wie auch alle Ausgaben begleicht der kann über den Verlauf des Kontostandes die Liquidität vom Inbetriebnahmezeitpunkt bis zum Ende der wirtschaftlichen Betrachtungsdauer verfolgen. Nehmen wir an, dieses Solarkonto kennt weder Schuldzinsen noch Habenzinsen, dann stellt sich für unsere Anlage aus Beispiel 1 folgender Verlauf dar.
 
 
Wir beginnen mit den Investitionskosten zuzüglich der abzuführen Mehrwertsteuer. Noch im Jahr 2012 bekommt man die Mehrwertsteuer zurück. Anschließend hat man halbwegs gleichbleibende Einnahmen, die sich hauptsächlich aus den EEG-Vergütungen und den Betriebsausgaben berechnen. Etwa nach der Hälfte der wirtschaftlichen Betrachtungsdauer geht die Kurve durch die Null, das eingesetzte Geld ist wieder da. Am Ende bleiben gut 12.000 EUR auf dem Solarkonto die als Liquiditätsüberschuss den Gewinn darstellen.
 
Einfache Bewertung durch den Vergleich von Liquiditätsplänen
Interessanter wird der Liquiditätsplan, wenn auch die Photovoltaikanlage mehr zu bieten hat. Bei einer Investition im Jahr 2015 spielen hier, im Gegensatz zum Jahr 2012, Stromspeicher, eine Eigenstromnutzung, die Frage der steuerlichen Behandlung, Kredite etc. eine entscheidende Rolle.
 
 
Vom Prinzip sieht der Liquiditätsverlauf aus Beispiel 2 genauso aus wie der aus Beispiel 1. Nur sind die Kennzahlen andere. Die Anfangsinvestitionen liegt inklusive Mehrwertsteuer bei 8.925 EUR, der Liquiditätsüberschuss bei 4.600 EUR. Den Kapitalwert berechnet pv@now zu rund 2.300 EUR die Rendite nach interner Zinsfuß (IRR) zu 4,78 % und die nach Baldwin zu 3,33 %.
 
Wenn man nun einen Stromspeicher plant, der die Anfangsinvestitionen auf 13.500 EUR erhöht aber gleichzeitig den Eigenverbrauch auf 60 % verbessert, ändert sich der Kapitalwert auf 2.100 EUR und die beiden Renditen auf 3,44 (IRR) bzw. 2,72 % (Baldwin). Das sieht auf den ersten Blick schlechter aus, jedoch lässt sich die wirklich interessante Änderung allein aus diesen Zahlen nicht erkennen.
 
 
Ganz im Gegensatz zum Liquiditätsverlauf. Das Solarkonto startet bei der Anlage mit Speicher natürlich viel weiter im Minus. Dadurch dass man deutlich mehr teuren Netzstrom durch die Photovoltaikanlage ersetzt, steigt jedoch der Kontostand schneller als bei der Variante ohne Speicher. Und auch wenn es zwei Jahre länger dauert bis das eingesetzte Geld wieder eingespielt ist, liegen mit 5.900 EUR am Ende ca. 1.300 EUR mehr auf dem Solarkonto, als bei der speicherlosen Anlage.
 
Wer sich jetzt noch auskennt und das nächste Ass aus dem Ärmel zückt, den Wechsel von der Regelbesteuerung zum Kleinunternehmer nach dem fünften Jahr, der verbessert den Liquiditätsüberschuss um weitere 1.800 EUR. Die Grundlagen der Steigerungen der Wirtschaftlichkeit basieren auf Überlegungen und Berechnungen der DGS-Franken, über deren Dienstleistungen und Produkte man sich auf den Internetseiten www.dgs-franken.de und www.pv-now.de eingehender informieren kann.
 

 

Übrigens hat sich der Kapitalwert jetzt auf 3.500 EUR verändert und die Rendite auf 4,28 % (IRR) bzw. 3,15 % (Baldwin).
 
Wer solche Zusammenhänge besser verstehen möchte, der kann entsprechende Seminare zum Beispiel bei der Solarakademie Franken besuchen. Oder sich in Programme wie pv@now einarbeiten. Beides lohnt sich genauso wie die Investitionen eine Photovoltaikanlage. Nur die Rendite für eine gelungene Weiterbildung ist noch nicht definiert.
 
Ausblick
Die bisherigen Ausführungen behandelten ausschließlich die Sichtweise des Investors. Bei Betreibermodellen zu Photovoltaikanlagen wie sie mit dem EEG 2014 zum Einsatz kommen gibt es aber neben einem Investor auch häufig noch einen Gebäudeeigentümern und einen oder mehrere Verbraucher. Diese können durchaus auch Betreiber der Anlage sein.
Die DGS-Franken nennt solche Betreibermodelle „PV-Miete“, „PV-Teilmiete“ und „Dritte vor Ort beliefern“. Das Bild zeigt mit einem Screenshot aus pv@now ein mögliches Modell der PV-Miete.
Wer jetzt Aussagen über die Wirtschaftlichkeit treffen will muss nicht nur an den Investor denken sondern auch an die anderen Akteure. Oder er überlässt das Denken einem Computer, sieht sich die Ergebnisse in der Auswertung an und hat gelernt diese zu interpretieren.
 
 
 
Fazit
„Ja, es lohnt sich.“ Aber der Weg zu dieser Antwort bedeutet bei vielen Fragen Kennzahlen zu kennen und diese interpretieren zu können. Egal ob man eine Photovoltaikanlage betreibt, betreiben möchte,  verkauft oder plant, egal ob man die ökologischen Aspekte oder die der Unabhängigkeit von Strompreissteigerungen stark oder weniger stark gewichtet, man wird immer wieder darauf zurückkommen, dass man erklären muss, warum es sich denn lohnt. Neben Kennzahlen aus Berechnungsprogrammen wie pv@now (Kalkulationszinsfuß, Kapitalwert, interner Zinsfuß) sind vor allem auch anschauliche Instrumente wie der Liquiditätsüberschuss und der vergleichende Liquiditätsverlauf wichtig.
Zusätzlich wird man in Zukunft nach Instrumenten suchen um die zum Investitionszeitpunkt getätigten Schätzungen durch reale Zahlen zu ersetzen und so die wirtschaftliche Entwicklung einer Photovoltaikanlage zu begleiten.
 
Kurz und knapp:
"Der Interne Zinsfuß (IRR) gibt die Rendite des Projektes an, wenn alle Einzahlungsüberschüsse zum internen Zinssatz (und nicht zum Kalkulationszinsfuß, d.h. Marktzinssatz) wiederangelegt werden."
 
"Der Interne Zinsfuß (Baldwin) gibt die Rendite des Projektes an, wenn alle Einzahlungsüberschüsse zum Kalkulationszinsfuß, d.h. zum Marktzinssatz wiederangelegt werden."

 

   

5 Antworten

0 Punkte
Beantwortet 20, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Hallo Herr Vogtmann,

Ihre Darstellung von Wirtschaftlichkeitsrechnungen, insbesondere der Bedeutung des Zinssatzes, finde ich sehr gut und anschaulich. Ein paar kleine Anmerkungen hätte ich:

- Bei Investitionsrechnungen geht man nicht davon aus, dass der Wert von Zahlungen "in konstanter Höhe abnimmt", sondern exponentiell mit der Zeit. Die Wertfunktion hat dabei die Gestalt W(t) = W0 exp(-t/to). Betrachtet man den Wert zu bestimmten Zeiten mit gleichem Abstand, etwa immer zum Jahresende, erhält man eine abnehmende geometrische Folge. Konstant ist dabei der Faktor, um den der Wert je Zeiteinheit, zum Beispiel je Jahr, abnimmt. Dies drückt sich in dem einheitlichen Zinssatz aus.

- Die Schwierigkeit, Investitionsrechnungen anschaulich zu erläutern liegt zu einem großen Teil darin begründet, dass exponentielle Zusammenhänge "nicht dem gesunden Menschenverstand entsprechen". Dieser - nach Einstein die Summe aller bis zum 18. Lebensjahr angesammelten Vorurteile - geht meist davon aus, alles hänge linear voneinander ab. Viele sagen dann, der vermutete lineare Zusammenhang sei "logisch".

- Die erwähnte Grafik, die den Kapitalwert in Abhängigkeit vom Kalkulationszinsfuß zeigt, fehlt. Es wäre hilfreich, sie noch zu ergänzen.

- Ganz wichtig ist mir eine Konsequenz Ihrer Ausführungen: Bürger akzeptieren im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen eine niedrigere Verzinsung ihrer Einlage. Darum sind Anlagen in Bürgerhand öfter rentabel als Anlagen in der Hand großer Unternehmen. Oder anders herum: Anlagen in Bürgerhand können Energie günstiger bereitstellen als solche in der Hand großer Unternehmen, weil die Eigenkapitalkosten geringer sind.

Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
0 Punkte
Beantwortet 20, Feb 2015 von Björn Hemmann (14 Punkte)
Hallo Michael Vogtmann.

Es ist gut, dass diese Thematik diskutiert wird. Seit über einem Jahrzehnt bin ich bei der DGS-Franken dabei und biete Beratung und Dienstleistung an.

Die Frage ob sich die Investition denn lohnt reißt nicht ab. Bei allen Vorteilen, die die Photovoltaik bietet und bei allen Versuchen nicht nur auf das Geld zu schauen.

Volleinspeisung ist vom Tisch, neue Modelle müssen bewertet werden können. Mit einer einzelnen Kennzahl (welche auch immer man auswählt) kommt man nicht mehr weit. Man muss das Projekt anständig bewerten und dabei alle Beteiligten berücksichtigen.

Ich bin überzeugt, dass sich die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen auch in komplexen Modellen erklären lässt. Und ich in gespannt auf die Diskussion um die richtigen Kennzahlen und Methoden…

 

Björn Hemmann
0 Punkte
Beantwortet 20, Feb 2015 von Michael Vogtmann (237 Punkte)
Sehr geehrter Herr Stöhr.

Sie haben natürlich recht. Ich werde die Passage entsprechend ausbessern. Vielen Dank.

Bei Berücksichtigung von Zinseffekten ändert sich der Wert von Zahlungen exponentiell mit der Zeit. Gerade das macht es ja bei der 20-jährigen Betrachtungsdauer interessant und wichtig über Kalkulationszinsfuß und Internen Zinsfuß nachzudenken.

Mit sonnigen Grüßen, Michel Vogtmann
0 Punkte
Beantwortet 1, Mär 2015 von Roland Siemon (185 Punkte)
Der oben geschriebene Beitrag ist ja sehr umfangreich. Dabei kann man ihn auf zwei Zeilen zusammenfassen.

Wer es haben will, muß es sich kaufen. Derjenige findet 1000 Gründe für das Projekt. Wenn keine positiven gefunden werden, werden eben welche konstruiert.

Wer damit nichts anfangen kann, läßt es sein und findet 1000 Gründe, warum das alles Quatsch ist. Wenn nicht genügend Gegenargumente vorhanden sind, werden welche erfunden.

So funktioniert die Menschheit. Jeder hat eine andere Meinung. Wer im privaten Bereich eine Amortisation von irgendwelchen Dingen wie z.B Photovoltaik errechen möchte, hat u.U. zu viel Zeit oder will es nicht haben. Ansonsten würde er es ja sofort kaufen.

Nehmen wir das Beispiel Auto. Von fast jedem geliebt und gebraucht. Hierbei geht es nicht um Amortisation (man könnte auch sein ganzes Leben mit dem Taxi durch die Gegend fahren, das wäre billiger), es geht um das haben wollen und Unabhängigkeit. Als zweites Beispiel berechnen wir mal die Amortisation eines Hundes. Er frißt am Tag 3 Euro, bellt gelegentlich und macht regelmäßig Haufen. Wo ist da die Amortisation? Die Kosten für den Hund sind erheblich. Darum geht es aber nicht. Es geht auch hier um das haben wollen. Diese Beispiele könnte man endlos fortsetzen.

Dabei hat das "haben wollen" mit Lebensglück zu tun. Geld ist ein Stück Papier mit einer Zahl darauf, das morgen auch schon weg oder die anderen haben können. Also kauft man sich Dinge, an denen man Spaß und Freude hat. Ob sie sich amortisieren oder nicht, ist dabei völlig egal. Das Leben muß schön sein.

Um nun noch einmal auf den Ausgangspunkt - lohnt sich PV  - zurückzukommen. Ich persönlich meine ja. Ich selber habe eine kleine PV-Anlage 500 Wp, die im Jahr 125 Euro erwirtschaftet. Gekostet hat sie ca. 1000 Euro. Das Invest ist in 8 Jahren wieder drin. Nun betrachte ich die kleine PV Anlage nicht als Invest, sondern als Bereicherung. Ich als Ingenieur muß so etwas einfach haben. Mit meiner absoluten Begeisterung verkaufe ich die kleinen Anlagen ohne Amortisationsrechnung sehr erfolgreich an die, die es haben wollen. Siehe auch http://www.dpi-solar.de/stromkosten-senken-mit-photovoltaik/photovoltaik-eigenverbrauch.html
Kommentiert 2, Mär 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Hallo Herr Siemon,
die Kenntnis von Amortisationsrechnungen halte ich für unabdingbar, um in der Energiewende-Diskussion substanziell mitreden zu können. Die Ausführungen von Herrn Vogtmann erläutern den Hintergrund, den man haben muss, um zum Beispiel zu erkennen, dass das geplante Kernkraftwerk Hinkley Point C in Großbritannien eine höhere garantierte Einspeisevergütung erhalten soll, als PV-Anlagen in Deutschland, und lassen verstehen, dass dafür die angestrebte Eigenkapitalrendite von 15% (statt eben nur 2-4%, was bei Bürgerenergieanlagen aktuell üblich ist) eine maßgebliche Rolle spielt. Sprich, solche Rechnungen erlauben, aufzuzeigen:
(1) Dass Strom aus neuen Erneuerbare-Energien-Anlagen schon jetzt günstiger ist als aus neuen Kernkraftwerken (und den meisten fossilen Kraftwerken), und
(2) Strom aus Bürgerhand günstiger ist, als Strom von börsernotierten Unternehmen.
Dies sind nur zwei von vielen wichtigen Mitteilungen, die solche Rechnungen erschließen helfen.
Natürlich gibt es gerade bei Investitionen von Bürgern dann noch viele andere Gründe, die eine Entscheidung beeinflussen. Es ist auch sehr wichtig, dass auf diese hingewiesen wird. Aber es geht zu weit, wenn der Eindruck erweckt wird, wirtschaftliche Überlegungen seien per se obsolet.
Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
0 Punkte
Beantwortet 1, Mär 2015 von Schönfelder (16 Punkte)

Hallo Herr Vogtmann, 

 
vielen Dank für den Beitrag, den ich als Fachmann durchaus vertrete. Ich möchte gern für alle Hausbesitzer einen einfachen Ansatz für Endkunden ansetzen. Denn Ihre Erläuterungen treffen vor allem größere Anlagen und Anlagen von Unternehmen. Der Endkunde stellt seltsammerweise bei Photovoltiakanlagen die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Bei Investitionen in die Heizungsanlage oder Fenster, glaube ich kaum das ein ROI für die Entscheidung eine Rolle spielt. 
 
Nehmen wir nun an die Photovoltaikanlage macht sich allein durch Einsparung  und Einspeisung bezahlt und ist nach 10 Jahren vollfinanziert. Wie groß ist nun die Rendite?
 
Ich bin beim Thema "lohnen" eher an dem Punkt zu Hause, das ich die jetzigen Ausgaben auf 30 % senken kann und sich die Investition dafür in 10 Jahren selbst bezahlt. Nun ergibt das eine gewisse Rendite bzw. einen ROI. Im Bereich der Endkunden würde ich aber die Wirtschaftlichkeit auf die Lebensdauer der Produkte abstellen. Bei einer Dacheindeckung machen Sie das auch nicht anders. Damit steigt die Rendite enorm.
 
Das Ganze kann man noch mehr vereinfachen: 
 
Die Photovoltaikanlage trägt sich der Investition nach selbst und ist nach 10 Jahren abbezahlt. Die kommenden 25-30 Jahre  haben Sie nur ncoh ca 30 % (bei Installation PV und Speicher) der ursprünglichen Energiekosten. Diese 70 % Eisparung ist der jährliche finanzielle Überschuss, der schwerer wiegt als jegliche Rendite. 
 
Wer Interesse hat darf gern einen Artikel von mir lesen: 
 
 
Viel Erfolg
Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

...