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Wieviel Strom verbraucht eine Infrarotheizung?

+2 Punkte
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Eingestellt 4, Feb 2015 in Solare Wärme, Heizen von Anja Wagner (83 Punkte)

Sind diese Heizungen wirklich so sparsam, wie sie angepriesen werden und wenn ja, warum genau ist das so?

   
Kommentiert 1 Apr von mathiasm (10 Punkte)
Ich habe mein ganzes Haus auf Infrarotheizungen umgerüstet. Die Anschaffungskosten waren geringer als gedacht und die laufenden Kosten sind wirklich sehr gering. Meiner Meinung nach ist es die effektivste Elektroheizung. Man darf aber nicht vergessen das Heizen mit Strom die teuerste Lösung von allen - egal ob nun Infrarotheizung oder andere Lösung. Diese Firma bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis https://www.elektroheizung.com

5 Antworten

+2 Punkte
Beantwortet 5, Feb 2015 von Martin Werner (2,069 Punkte)

Ich nehme mal die Anregung von Herrn Stöhr auf und fasse den Bericht und andere Arbeiten von Peter Kosack (mit o nach dem K), auf den Herr König hingewiesen hat, zusammen.

1. Es wird in diesem Bereich viel angeboten, was als Niedertemperatur IR-Strahlungsheizung angepriesen wird, aber keine ist, sondern nur eine normale Elektrokonvektionsheizung. Dabei wird oft auch falsch und nicht authorisiert auf Kosack referenziert .

2. Der maximale Strahlungswirkungsgrad von Niedertemperatur-IR ist aus physikalischen Gründen 60%. Wer mehr anpreist, lügt.

3. Nicht jedes Haus ist für diese Art Heizung geeignet

4. Bei dem untersuchten Objekt war der End-Energieverbrauch im Winterhalbjahr 2008/2009 einer Niedertemperatur-IR-Strahlungsheizung 37% von dem einer Gasbrennwertheizung. (Umgerechnet auf Primärenergieeinsatz ist der Energieverbrauch beider Systeme in etwa gleich, da beim Graustrom max. 33% der eingesetzten Primärenergie beim Verbraucher ankommt).

5. Heizkosten: Annahme Gaspreis 6 ct/kWh, Strompreis 27 ct/kWh: 6ct/0,37= 16,2 ct equivalent, d.h. die IR-Heizung kostet 66 % mehr.

Hier noch der Link zur Seite von Peter Kosack

Grüße

Martin Werner

+1 Punkt
Beantwortet 4, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Sehr geehrte Frau Wagner,

die Effizienz von Infrarotheizungen beruht darauf, dass sie über die abgegebene Wärmestrahlung direkt den angestrahlten Körper erwärmen und nicht erst die zwischen Heizung und Körper befindliche Luft, welche durchaus bei einer niedrigen Temperatur liegen kann. Am eindrucksvollsten kann man dieses Funktionsprinzip an kalten aber sonnigen Tagen beobachten. Die Sonne entspricht dabei der Infrarotheizung. Sie wärmt direkt durch ihre Strahlung, obwohl die Luft kalt bleibt.

Das gleiche Prinzip führt dazu, dass in gut gedämmten Wohnungen die Lufttemperatur niedriger sein kann als in schlecht gedämmten. Gut gedämmte Wohnungen haben Wände mit einer im Vergleich zu schlecht gedämmten höheren Temperatur. Diese strahlen Infrarotstrahlung ab, welche schon bei niedriger Lufttemperatur zum gleichen Wohlbefinden führt, wie eine höhere Lufttemperatur in einer schlecht gedämmten Wohnung. Im Unterschied zu Infrarotheizungen sind Wohnungswände jedoch maximal so warm wie von ihnen umgebene Luft und geben darum auch weniger Infrarotstrahlung als eine -heizung ab.

Mit sonnigen Grüßen, M. Stöhr
Kommentiert 4, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Ob eine bestimmte Infrarotheizung jeweils so sparsam ist, wie sie angepriesen wird, kann ich nicht beurteilen. Das dürfte von Produkt zu Produkt anders sein. Generell erlaubt das Prinzip von Infrarotheizungen jedoch, dass diese sparsam sind.
Kommentiert 4, Feb 2015 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Aber ob eine IR-Heizung auch ökologisch sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Insbesondere, wenn sie mit Graustrom betrieben wird, ist sie wie jede Elektroheizung unökologisch. Aber auch mit Grünstrom kann man besseres machen, als ihn 1:1 in (Strahlungs-)Wärmeenergie umzuwandeln.
Kommentiert 5, Feb 2015 von Anja Wagner (83 Punkte)
Vielen Dank für diese Antworten. Aber eigentlich würde ich gerne etwas über den tatsächlichen Stromverbrauch einer Infrarot-Heizung erfahren. Dass sie mit Strom funktioniert und wie sie funktioniert war mir bereits klar. Was mit nicht klar ist, ist die Funktionsfähigkeit in Zusammenhang mit dem Stromverbrauch. Im Moment ist es für mich für eine gewisse Immobilie die "einfachste" Lösung mit Strom zu heizen. Und ich möchte gerne wissen, ob IR-Heizungen wirklich so sparsam und kostengünstig im Gebrauch sind, im Vergleich zu anderen Heizungen, die mit Strom funktionieren.
Kommentiert 5, Feb 2015 von Jürgen König (394 Punkte)
Ich selbst habe keine persönlichen Erfahrungen mit IR Heizungen. Lesenswert ist aber der Forschungsbericht der Technischen Universität Kaiserslautern von Dr. Peter Kasack zum Thema "Beispielhafte Vergleichsmessung zwischen Infrarotstrahlungsheizung und  Gasheizung im Altbaubereich". Einfach mal über die Suchmaschinen im Internet den Bericht herunterladen.
Kommentiert 5, Feb 2015 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
@Martin Werner: Ich stimme Ihnen noch zu, dass Elektroheizungen in der Regel ökologisch nicht sinnvoll sind. Allerdings nehmen mit zunehmener Durchdringung der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien die Ausnahmen zu. Wenn mit Strom geheizt wird, der im Übermaß zur Verfügung steht, was bei PV- und Windstrom in Zukunft vermehrt der Fall sein wird, ist dies sinnvoller als den Strom durch Abregeln der Generatoren nicht zu nutzen.

@Anja Wagner: IR-Heizungen sind sicher im Mittel sparsamer als andere Stromheizungen, nicht aber sparsamer als andere Heizungen generell. Genauere Aussagen sind aber nur möglich, wenn verschiedene Modelle angeschaut werden.

@Jürgen König: Können Sie den genannten Forschungsbericht in wenigen Worten allgemeinverständlich zusammenfassen?
+1 Punkt
Beantwortet 5, Feb 2015 von Jürgen König (394 Punkte)
In Ergänzung zu den Aussagen von Herrn Werner:

- Sinnvoll sind IR Heizungen in Gebäuden, in denen vorher mit einer Nachtspeicherheizung oder einer elektrischen Fußbodenheizung geheizt wurde bzw. in denen keine wassergeführte Heizung vorhanden ist. Die IR Heizung ist hier in der Anschaffung deutlich günstiger. Außerdem kann der Hausbesitzer die vorhandenen elektrischen Leitungen und Thermostate verwenden.

- Ebenso sinnvoll kann es im Neubau sein, wenn dieser sehr gut gedämmt ist, so dass der Energiebedarf pro qm gering ist.

- Die Anschaffungskosten einer IR Heizung sind geringer ggü. einer konventionellen Heizung (Gas, Öl, Holz). Nebenkosten (wie Wartung, Lagerraum, Brenner, Schornstein) entfallen.

- Neben den reinen Energiekosten von Herrn Werner sind die "Fertigungskosten" (sprich Anschaffung und Nebenkosten) hinzuzurechnen:

-Bei IR Heizungen gehe ich von ca. 0,02 €/Kwh aus (Anschaffungskosten 6.000 €/für 7 Kw Leistung;  bei 200 Tagen pro Jahr a 6 Stunden sind dies 8.400 kWh p.a.; in 30 Jahren dann 252.000 Kwh).

- Bei einer konventionellen Heizung (Gas, Öl, Holz) ist die Berechnung wie folgt: Anschaffungskosten ohne Leitungen 12.000 €, Nebenkosten 300 € p.a., erzeugte Energie 20.000 Kwh p.a. x 15 Jahre = 300.000 kWh ergibt ca. 0,05 €/kWh. Kommen die Leitungen noch hinzu (10.000 €), liegt der Preis bei ca. 0,08 €/kWh.

- Der Endenergieverbrauch der IR Heizung mit 8.400 kWh p.a. ist dann wieder ca. 37% der Gasheizung mit 20.000 kWh p.a.
Kommentiert 6, Feb 2015 von Anja Wagner (83 Punkte)
Lieber Herr König,
vielen Dank für Ihre Antwort, aber leider kann ich ihre Rechenbeispiele nicht nachvollziehen. Ich habe mich lange damit beschäftigt, aber ich komme beim besten Willen nicht auf Ihre Ergebnisse. Könnten Sie bitte versuchen, diese ausführlicher darzustellen.
Kommentiert 6, Feb 2015 von Jürgen König (394 Punkte)
Hallo Frau Wagner,
ist es der Rechenweg oder die getroffenen Annahmen?
Ich habe lediglich versucht, neben den reinen Energiekosten (Strom, Gas, Öl oder Holz), die Herr Werner dargestellt hatte, die weiteren Kosten (insbesondere Anschaffung und Nebenkosten) ins Verhältnis zu den voraussichtlich über die Nutzungsdauer der IR Heizung (Nutzungsdauer 30 Jahre) und der konventionellen Heizung (15 Jahre) erzeugten Energieeinheiten in kWh ins Verhältnis zu setzen, um so den Kostensatz pro kWh zu erhalten.
Im Falle der IR Heizung: Anschaffungskosten 6.000 €/ (7 KW Leistung * 200 Tage * 6 Stunden pro Tag * 30 Jahre = 252.000 kWh) = 0,02 €/kWh
 
Im Falle der konventionellen Heizung: (Anschaffungskosten 12.000 € + (15 Jahre *300 €)=16.500 €)/ (20.000 kWh * 15 Jahre Nutzungsdauer = 300.000 kWh) = 0,05 €/kWh.

Ich hoffe, dass es verständlich geworden ist. Falls nicht, bitte ich Sie nochmals zu fragen.
Kommentiert 20, Feb 2015 von Anja Wagner (83 Punkte)
Hallo Herr König,
ja, vielen Dank, nun hab ich es verstanden. Und vielen Dank für den Hinweis auf den Forschungsbericht. Bisher habe ich lediglich die Schlussfolgerung durchgelesen, die ganz klar für Infrarotheizungen spricht.
+1 Punkt
Beantwortet 23, Feb 2015 von Claus Scheuber (214 Punkte)

Sehr geehrte Frau Anja Wagner,

gerne gebe ich Information zur Innfrarotheizung weiter. Diese beruht auf eigener, selbst gemachter Erfahrung, die Theorie wird dabei zu kurz kommen - aber die wurde ja bereits abgehandelt.

Als wir vor bald drei Jahren in die "neue" Wohnung einzogen, war uns nicht klar, was uns erwartet: Eine schlecht funktionierende Öl-Zentral- Heizung ( Baujahr Haus 1929, Renovierung Heizung 1985) und in den Ecken der Zimmeraußenwände Schimmelbildung auf und unter der Tapete. Da der Vermieter sich auf unsere Mängelrüge taub stellte war unsere erste Reaktion wieder auszuziehen. Da erfuhr ich von Infrarotheizung.  Die Theorie überrzeugte mich, die Praxis wollten wir selbst ausprobieren.

Mittlerweile befindet sich (nachdem die Wanduntergründe von mir selbst von Schimmel befreit und mit neuem Schutzanstrich versehen wurde) in jeder feuchtigkeitsgefährdeten Ecke eine 200 W infrarot Heizplatte mit der Heizfläche zur Wand gerichtet . Gut "versteckt"  außer mir und meiner Frau weiß das keiner...na gut, jetzt wissen Sie's auch. Diese Platten sind im Winter, zwischen Dezember und März durchschnittlich 2 Stunden am Tag an.

Desweiteren habe ich im Wohnzimmer und in der Küche jeweils eine 600-Watt Heizplatte angebracht diese sind an kalten Tagen also ungefähr 80 Tage im Jahr zwischen zwei und sechs Stunden angestellt.

Ergebnis nach über zwei Jahren Erfahrung: Wir haben kein Schimmelproblem mehr und die schwächelnde Ölheizung ist voll kompensiert. Die Stromrechnung von der EWS-Schönau ist um ungefähr ein Viertel gestiegen, so dass wir jetzt im 2-Personenhaushalt statt 36 € im Monat 45 € bezahlen.

Als weitere Maßnahme schalten wir nun die Ölzentralheizung von April bis Mitte Oktober (einvernehmlich mit Vermieter und den anderen Mitbewohnern im Haus) komplett ab. 2 x die Woche wird lediglich Warmwasser für alle erhitzt (Brenner läuft eine Stunde). Das Wasser ist ist dann noch ungefähr einen Tag einigermaßen warm.

Dadurch sank der Ölverbrauch im Haus um etwas über ein Drittel.

Die Investition für die Infrarotheizplatten lag insgesamt bei ca. 1.200 €.. Diese dürfte sich also binen zwei Jahren allein schon durch die Öl-Ersparnis amortisiert haben.

Soviel fürs erste, stehe für detailliertere Besprechung gerne zur Verfügung

 

Claus Scheuber

0 Punkte
Beantwortet 10 Jan von Jason (12 Punkte)

Hallo, ich habe jetzt seit über zwei Jahren eine Infrarotheizung im Badezimmer und im Wohnzimmer. Ich benutze die Heizung im Laufe des Jahres, wenn die Hauptheizung aus ist, es aber etwas kühler wird. Was es die Kosten angeht, ist die Infrarotheizung nicht besonders teuer, so dass ich mir auch vorstellen könnte die ganze Wohnung so zu heizen. Genaue Informationen über die Infrarotheizung, die Kosten und die Anschaffung findet man unter https://www.vasner.com/de/infrarotheizungen/ . Liebe Grüße

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