Firmenverzeichnis Experts PV-Log Preisvergleich
Blog Über Top50-Solar

Einspeisevergütung für Wärme

+2 Punkte
547 Aufrufe
Eingestellt 20, Nov 2014 in Solare Wärme, Heizen von Ferdinand K.

Verschiedene Staaten (darunter England) wollen angeblich eine Einspeisevergütung für Wärme einführen. Wäre so etwas auch für Deutschland sinnvoll und wie würde ein sinnvolles Konzept dafür aussehen?

   
Kommentiert 26, Nov 2014 von Timo Leukefeld (152 Punkte)
So etwas würde auf alle Fälle in Deutschland eine positive Wirkung haben. Vor allen in den Nah- und Fernwärmenetzen. Nachdem die Politik aber beschlossen hat, das EEG im Strombereich stark zu reformieren (herunterzufahren) ist es nahezu aussichtslos hier einen neuen politischen Antrag zu stellen auf ein Wärme EEG.

2 Antworten

+1 Punkt
Beantwortet 20, Nov 2014 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)

Eine Einspeisevergütung für Wärme kann überall dort in Erwägung gezogen werden, wo Nah- oder Fernwärmenetze vorliegen oder gebaut beziehungsweise ausgebaut werden können. Dabei kann solare Wärme, Abwärme aus Industrie und Gewerbe oder Wärme aus BHKW eingespeist und vergütet werden. Unter Umständen muss das Temperaturniveau mit Hilfe einer Wärmepumpe angehoben werden.

Stadtratsanträge zur Einspeisung von Wärme in das Fernwärmenetz der der Münchner Stadtwerke wurden in der vergangenen Ratsperiode (2008-2014) zuerst von Tobias Ruff (ÖDP), dann von Dr. Georg Kronawitter und anderen (CSU) gestellt, leider aber von der Mehrheit der Stadträte abgelehnt. Die zum Teil sehr detaillierten Vorschläge können jedoch als Vorbild für andere Städte dienen.

http://www.ris-muenchen.de/RII2/RII/ris_antrag_detail.jsp?risid=2639786

http://www.ris-muenchen.de/RII/RII/ris_fulltext_trefferliste.jsp?search=ANTRAG&txtSuchbegriff=Abw%E4rme&txtDatumVon=tt.mm.jjjj&txtDatumBis=tt.mm.jjjj&selWahlperiode=1418367 

Kommentiert 28, Nov 2014 von Michael Stöhr (1,180 Punkte)
Tobias Ruff (ÖDP) hat seinen Antrag aus der vergangenen Ratsperiode neu gestellt. Spannend wird nun, inwieweit die CSU, die seit Mai diesen Jahres zusammen mit der SPD eine große Koalition in München bildet, sich dazu und zu ihren eigenen Vorschlägen, die sie als Oppositionspartei machte, stellen wird.
+1 Punkt
Beantwortet 8, Dez 2014 von Jan Gesthuizen (221 Punkte)

Eine „Einspeisevergütung“ nach englischem Modell ist theoretisch auch in Deutschland denkbar. Den in England geht es garnicht darum, dass die Wärme irgendwo eingespeist wird. Die haben den Begriff nur verwendet, um sprachlich eine Brücke zur Photovoltaik zu bauen, bei der ja jede produzierte Kilowattstunde vergütet wird

In der Realität wird in England nicht mal wirklich gemessen, sondern nur berechnet wieviel Solarwärme die Anlage produziert. Dann bekommt man für jede berechnete kWh halt einen gewissen Betrag ausgezahlt. Dass in England nur berechnet wird, kann man allerdings auch kritisch sehen, denn Theorie und Praxis sind ja nicht immer ein und dasselbe. Anderseits spart man sich so umfangreichere Sensorik, was die Anlagen nicht zu teuer werden lässt.

Grundsätzlich ist das Thema der leistungsgerechten Förderung schon sehr spannend. Bisher wird in Deutschland ja nur nach der installierten Kollektorfläche gefördert, egal ob man einen billigen oder einen guten Kollektor installiert. Und auch der Rest der Komponenten spielt für die Förderung eigentlich keine Rolle.

Daher finde ich die englische Idee eigentlich ganz nett. Anderseits zeigen wohl erste Erfahrungen aus England, das die dortige Förderung mit extrem viel Bürokratie überfrachtet wurde und erste Installateure lieber ohne die Förderung arbeiten. Das kommt am Ende angeblich billiger. Wenn wir also auch in Deutschland mal in diese Richtung gehen wollen, sollte man solche Fehler nicht wiederholen.

Ansonsten ist die Einspeisung von Solarthermie in ein bestehendes Wärmenetz leider auch oft viel schwieriger als Solarstrom ins Stromnetz. Zum Beispiel laufen ältere Wärmenetze (und das sind die meisten) in Deutschland meist mit recht hohen Temperaturen, die die Solarthermieanlage auf dem einfachen Hausdach oft nicht liefern, kann (bracht man als Eigenheimbesitzer ja auch nicht).

 

Die englischen Fördersätze kann man sich übrigens hier ansehen:

http://www.sonnewindwaerme.de/solarthermie-bioenergie-waermepumpe/einspeiseverguetung-fuer-waerme-startet-grossbritannien

Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

...