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Economic Grid - Wie kann das funktionieren und was bringt es?

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Eingestellt 7, Jul 2014 in Photovoltaik von Erik Liebert (454 Punkte)
Die deutsche Energieversorgung macht damit Werbung, dass sie bei Ihren Speichersystemen den Nutzern negative Regelenergie kostenlos zur Verfügung stellt aus dem Netz-bis zu 800 KWh Hausstrom und 2000 KWh Heizstrom.

In 2012 sollen 20 Mrd KWh Regelenergie "vernichtet" worden sein, die als Netzüberschuss zur Verfügung stand. Diese soll nun in Senec Home Speichern als virtuelles Grossspeichersystem abgespeichert weren können.

Wenn dies wirklich so ist, wieso bietet das bislang nur die deutsche Energieversorgung an? Theoretisch müsste doch sogar ein Verbund aus virtuellen Warmwasserspeicherheizstäben oder Wärmepumpen so man einen solchen kreiert das Gleiche über vorhandene (Wasser)Speicher machen können? Oder alle Wärmepumpen gehen gleichzeitig an und nutzen die Gebäudemassen (  da die Energie ja im Herbst/ Winter hpsl vorhanden sein soll) mit dem Nachteil dass ein Teilnehmer es dann vieleicht einmal kurz zu warm hat?

OK, hier ist die Energiemenge nicht genau vorherplanbar und -steuer/messbar wie bei den Stromspeichersystemen aber ich kann mir gar nicht vorstellen dass so ein riesiges Energievolumen ungenutzt ist.

Auch Elektroautos könnten dies über eine intelligente Ladeschnittstelle nutzen.

Hat jemand von den anderen Experten hier genauere Informationen oder kennt andere Nutzungsmöglichkeiten
(eventuell auch in der Entwicklung), die auch dieses Potential heben wollen?

Lt der deutschen Energieversorgung wird diese Energie aktuell in der Hauptsache an die Industrie/ Autohersteller/ Schmelzöfen Stehlindustrie abgegeben, da ja die Kraftwerke nicht wirklich regelbar sind( zumindest nicht krzfristig).

Da diese Regelenergie dem Abnehmer ( in diesem Fall der dt. Energieversorgung ) ja sogar vergütet wird kann ich mir gar nicht vorstellen dass es noch gar kein Sytem gibt, was hier eine sinnvollen Nutzung ermöglicht.

Oder ist das alles nur ein riesiger Werbebug und wird im Endeffekt nichts bringen?

In der zweiten Stufe sollen PV Anlagenbesitzer dann sogar über diesen "Schwarm" positive Regelenergie zu bis zu 35 ct/KWh verkaufen können.

Bin gespannt auf Eure Infos.
   

3 Antworten

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Beantwortet 7, Jul 2014 von Martin Schorlies (938 Punkte)
Hallo Herr Liebert,

sofern ich mich noch richtig an meine Vorlesungen erinnere liegt der Haken in der Regelenergie daran, dass diese innerhalb von wenigen Sekunden bis max 15 Minuten Regeln (können) muss... und da gibt z.B. mit elektrochemischen Speichern (Akkumulatoren) gewisse Systemgrenzen in der Bereitstellung der Energie. Daher haben die getriebelosen Windkraftanlagen ihren großen Vorteil, denn ohne Getriebe muss elektrisch geregelt werden, und das Upgrade zur Regelstromfähigkeit bei der Regelung der WKA ist da "gering".
Also bräuchte man entwas ohne Getriebe, elektrisch geregelt, dass problemlos im Sekundenbereich von 10% auf 100% geregelt werden kann. Wenn man als anschauliches Beispiel ein Wasserkraftwerk nehmen möche (egal ob PumpSpeicher oder LaufWasser) sähe das notwendige Ergebnis so aus, dass der mechanische Teil fast stets auf Leistung läuft (diese aber nicht abgefragt wird), damit schnell genung generatorseitig die Energie mittels Regelstrom abgeschöpft werden kann. Das Notwendige Kraftpotenzial besteht hier in der Fallhöhe.

Nähme man nun den Gedanken auf ein "Virtuelles Kraftwerk" mittels elektrochemischer Stromspeicher darzustellen, müssten diese bereits bei geringen Netzschwankungen auf NS-Ebene regeln, was diese dann auch machen. Daraus folgt aber, dass dann genau an diesen Stellen im Netz die Schwankungen gering sind und nicht mehr geregelt werden muss. Da die Regelung erst ab der MS-Ebene benötigt wird, sind z.B. noch Trafostationen von NS->MS-Ebene dazwischen, die auch wieder die Regelung verzögern. Hinzu kommt leider noch der bedenkliche Umstand: Wenn von außen geregelt wird (also durch das EVU) während der Akku z.B. gerade kurz vor der Tiefentladung steht, geht der Vorgang zu Lasten der Lebensdauer der Batterie. Mal ab davon dass die Kommunikation der Anlagen entsprechend Leistungsfähig ausgebaut werden muss, also z.B. mittels Breitbandanschluss (die meisten werden die "drosselungen" in den DSL-Netzen kennen). Während ich auch hier wieder erwähnen möchte, dass derartige Systeme auf Grund der Frequenz-Leistungsregelung (nach VDE-AR N4105), sowieso schon das lokale Netz auf NS-Ebene stabilisieren und auch ggf. mit Blindleistung versorgen.

Heißt also langfristig: Wenn genug EigenheimStromerzeugungsanlagen in Verbindung mit Stromspeichern installiert sind, existiert der Regelbedarf eher im Bereich der Industrie als auf NS-Ebene. Mit zunehmender Anzahl von stabilisierenden Systemen entfällt also der Regelbedarf, da schon so frühzeitig durch die Systeme geregelt wird.
Die Vergütung (für einen immer geringer werdenden Regelbedarf) richtet sich nach dem "gemessenem" Wert, also wieder der große Zählerwechsel, denn es müssen ja alle Netzwerte über die Zeit erfasst werden. Also im kleinen Netzverteilstrang würde der Nachbar an seinem Zähler erkennen, wenn z.B. ein Schweißgerät eingeschaltet wird, wofür dann eben die Mikroregelung greift, während das EVU das nichteinmal merken würde...
Ich denke dass es sehr fraglich ist, dort eine Vergütung in dieser Höhe zu erziehlen.

Während der Gedanke des virtuellen Kraftwerks sehr gut ist und weiterverfolgt werden solle, jedoch denke ich nicht dass sich dort Regelenergievergütungen erziehlen lassen, solange auf NS-Ebene geregelt und gemessen wird.

MfG
Martin Schorlies
Kommentiert 12 Jul von Caterva Master (58 Punkte)
Regelleistung stabilisiert die Netzfrequenz (50 Hertz). Diese ist sowohl Europaweit (Verbundnetz ENSO-E) als auch auf allen Netzebenen GLEICH. Wenn in Portugal ein Kraftwerk ausfällt sehen wir das im Abfall der Netzfrequenz in Deutschland ungefähr zwei Minuten später - Laufzeit und Entfernung.
Regellesitung kann durchaus und zwar ohne Nachteile für die Lebensdauer aus haushaltsgroßen Speichern erbracht werden. Caterva tut dies seit zwei Jahren und unterlegt es mit einem Wartungsvertrag über 20 Jahre. Details zu Regelleistung gibt es hier: https://energie-wissen.de/knowledge-base/regelleistung/
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Beantwortet 3 Jun von Michael Stolterfoht (12 Punkte)

E-Heat der Firma EFG Sandler, denn Energieüberschuss ist genial

Ein Lösungsansatz um die Kostenlose Energie zu Speichern hat gerade in einem Projekt der Firma EFG Sandler begonnen. 

10000 E- Heat in 5 Jahren einbauen 

Der E Heat ist ein Elektroheizstab der Firma EFG Sandler aus Kaufbeuren der in der Lage ist mit einem Speedpowersystem des Bundessiegers Heizung 2016 und 2017 den Kostenlosen Energieüberschuss in den Speed Power Wärme Akku zu laden. Der E Heat weiß wann er kostenlosen Photovoltaik Strom im Netzt bekommt und kann Ihn verarbeiten.

Zum Beispiel bei 10000 Anlagen kann sofort 90000 KW EFG_E-Heat.pdf (0,4 MB) abnehmen, egal ob 10 Minuten oder eine Stunde. Er ist sehr schnell und voll Automatisch ansteuerbar. Eine Große Pilotanlage entsteht gerade in Kaufbeuren.

Egal ob eigene Anlage oder aus dem Netzt.

Ich arbeite sehr gerne am Projekt Energieüberschuss ist genial und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Wir suchen noch Experten die uns bei diesem Growdfunding Projekt 10000 E -Heat in 5 Jahren behilflich sein können.

Mit besten Wünschen

Michael Stolterfoht

In ihrem Browser ist kein PDF-Plugin installiert.

PDF herunterladen: EFG_E-Heat.pdf

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Beantwortet 12 Jul von Caterva Master (58 Punkte)

Bei "kostenlosem Strom" stellt sich erst einmal die Frage kostenlos für wen!

Der Strompreis in Deutschland setzt sich bekanntlich im wesentlichen aus Steuern und Abgaben zusammen. Von circa 30 cent Bruttostrompreis für Haushalte sind etwa 23 cent Steuern und Abgaben. Die Fälligkeit dieser Abgaben richtet sich nach dem "Letztverbrauch". Juristisch ist das einspeichern in einen Stromspeicher Letztverbrauch (sinnlos aber wahr). Es gibt dann Befreiungstatbestände nach § 61k EEG 2017A und § 118 Abs. 6 Satz 1 und 3 EnWG - aber nur für Strom der auch wieder in das Netz rückgespeist wird.

Strom, der im Haushalt (letzt)verbraucht wird unterliegt den Abgaben und Steuern. Das gilt auch für sogeannte negative Regelleistung. Wenn der Haushalt von diesen Kosten befreit ist, so zahlt es halt jemand anderes. Ob das trotzdem ein Geschäft ist hängt davon ab, ob die Erbringung von negativer Regelleistung höhere Einnahmen bringt als diese Kosten - das ist derzeit (2017) eher nicht der Fall (2-10x pro Jahr).

Caterva ist deshalb einen anderen Weg gegangen. Unsere Kunden mit einer Caterva-Sonne speichern Ihren selbsterzeugten Strom in der Caterva-Sonne und verbrauchen diesen selbst.

Zeitgleich - aber durch zwei Smart Meter sauber getrennt - sind die Caterva-Sonnen zu einem Großspeicher vernetzt und erbringen dort primäre Regelleistung uns handel an der Strombörse.

Damit bleibt Eigenverbrauch im Haus und getrennt vom Energiemangement. Das Caterva wird dadurch wirtwschaftlich für unsere Kunden - sie bekommen Eigenverbrauch und Geld für unsere Nutzung im Energiemanagement.

Nachprüfen kann dies übrigens jeder Interessierte auf den Seiten der Übertragungsnetzbetreiber, denn dort ist veröffentlicht wer überhaupt Regelleistung anbieten darf: https://www.regelleistung.net/ext/download/anbieterliste

Auf dieser Webpage finden Sie auch aktuelle Preise für die verschiedenen Regelleistungsarten, die werden wöchentlich in Auktionen ermittelt.

Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

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