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Werden Elektroautos ein Erfolg?

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Eingestellt 24, Mär 2014 in Elektroauto, E-mobility von Franz Alt (1,830 Punkte)
   

3 Antworten

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Beantwortet 24, Mär 2014 von Franz Alt (1,830 Punkte)

  In Norwegen verkauft sich der Elektrosportwagen Tesla seit über einem halben Jahr besser als der VW-Golf. Er ist zurzeit das meist gekaufte Auto in Norwegen. Der Tesla S ist so begehrt, dass Norweger für einen gebrauchten Tesla mehr Geld ausgeben als für Neuwagen.

Die Wartezeit für einen Neuwagen beträgt fünf Monate. „Die Nachfrage ist extrem“, sagt Joar Tenfjord, Tesla-Händler in Bergen. Auch in den USA ist die Nachfrage nach dem schicken E-Auto aus Kalifornien groß. In den ersten zwei Monaten 2014 wurden dort 14.000 verkauft.

 

Ein solcher Erfolg geht auch an der Börse nicht spurlos vorüber: Die Tesla-Aktie boomt zurzeit wie die von Apple. Analysten gehen davon aus, dass 2025 Tesla zwei Drittel aller E-Autos weltweit produzieren und verkaufen werde. Und wo bleiben die deutschen Autobauer?

 

Es sei einfach über Elektro-Autos zu reden, aber ganz schwierig, sie zu bauen und auf den Markt zu bringen, erklärten in den letzten Tagen BMW- und VW-Bosse. Trotz aller Lippen- Bekenntnisse zur Elektromobilität sind in Deutschland die Elektroautos mehr Dekor, Reklame und Täuschung als Realität. Da wird viel angekündigt, aber wenig umgesetzt.

 

Kein Wunder: Die Reichweite des i3 von BMW beträgt 150 Kilometer und das Auto kostet 35.000 Euro. Ein Tesla hat eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern, ist allerdings auch doppelt so teuer. Aber dennoch erfolgreicher, denn er braucht kein Benzin und erneuerbarer Strom ist weit preisgünstiger als Benzin.

 

Langfristig, wahrscheinlich schon mittelfristig, werden auch deutsche Autobauer ernsthafter als heute E-Autos bauen müssen, wenn sie nicht vom Weltmarkt verschwinden wollen. Auch in Japan, Taiwan, Südkorea und in China ist die Entwicklung von E-Autos fortgeschrittener als hierzulande.

 

Deutschland und die EU haben sich das Ziel gesetzt, bis 2050 mindestens 80% weniger CO2 zu emittieren als noch 1990. Es wird aber keine Energiewende geben ohne eine Verkehrswende, die diesen Namen verdient.

 

Im ganzen Jahr 2013 wurden jedoch in Deutschland nur 408  i3-Autos von BMW verkauft. Deutschland ist im Bereich zukünftiger Mobilität noch Entwicklungsland. Die hiesigen Autobauer verschlafen zurzeit die Verkehrswende so ähnlich wie die alten Energieversorger die Energiewende verschlafen haben. Die Entwicklung in Norwegen kann überall kommen.

 

Übrigens: das erste Elektroauto fuhr in Deutschland Werner von Siemens im Jahr 1896.

 

Kommentiert 25, Mär 2014 von Martin Werner (2,069 Punkte)
Gerechterweise muss man natürlich dazu sagen, dass E-Autos in Norwegen massiv gefördert werden. Verbrenner sind in Norwegen so hoch besteuert, dass sie nahezu doppelt so teuer sind wie bei uns, während die E-Mobile praktisch nicht besteuert werden und so in etwa gleich teuer sind wie ein vergleichbarer Benziner, oder sogar billiger.
http://www.dw.de/elektroauto-boom-in-norwegen/a-17246614
Hier wäre also auch unsere Regierung gefordert, wenn sie denn wirklich eine Million E-Autos bis 2020 will.
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Beantwortet 3, Apr 2014 von Christian Bieber (58 Punkte)
Sehr geehrter Herr Alt,

konzeptionell gesehen wird sich das Elektroauto durchsetzen. Langfristig. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die elektrische Energie reccourcen schonend erzeugen lässt. Chemische Speicherenergie (in Form von Öl oder deren Derivaten) sind endlich.

Leider muss ich Ihnen dennoch mitteilen, dass das Problem nicht die Elektromobilität per se ist, sondern die Versorgung bzw. die Speicherung der Energie. Und hier liegt auch das Problem.

Im Zuge der Energiedichte von Verbrennungskraftstoffen >40MJ/kg, spielte es keine große Rolle, ob das KFZ wie wir es kennen nun 500Kg, 1 Tonne oder mehr wiegt. Ein gut gefüllter Kraftstofftank mit ca. 100 Litern beherbergt ja 75Kg Benzin und damit eine mitgeführte Energie von 3.225 MJ. Dies entspricht ca. 900 kWh.

Um diese Energiemenge in Akkumulatoren zu speichern, ist eine gehörige Bank an Akkumulatoren notwendig. Ich hoffe, ich finde Zustimmung, wenn ich behaupte, dass dies derzeit praktisch unmöglich ist. EIN 200Ah Bleibakku, wie wir kennen, wiegt in etwa das gleiche (75kg) bei einer Energiedichte von 200A/h = 2,4 kWh. Mit 375 Stück 200Ah Bleiakkus hätte man das Benzin ersetzt. Wären dann aber auch 28 Tonnen Last, was die ganze Berechnung damit ad absurdum führt.

Zugegebener Weise existieren heute elektrische Speichertechnologien, die denen der Bleiakkus überlegen sind, jedoch niemals auch nur in die Nähe von fossilen Brennstoffen hinsichtlich Leistung/Gewicht kommen.

Berücksichtigt man dennoch alle Faktoren, wie z.B. den Wirkungsgrad der Antriebsmotoren, Heizung, Klima und all die Dinge, die uns ans Herz gewachsen sind, ist kurzfristig nicht mit einer Lösung der Speicherproblematik zu rechnen.

Nach meinem Dafürhalten müssen zwangsläufig einige konzeptionelle Dinge beim Individualverkehr bedacht werden:

1. Leistungs- sowie Gewichtskoeffizient.

2. Wo soll das Elektroauto eingesetzt werden?

3. Ausbau der Infrastruktur auf Fernwegen (elektrische Leiter in der Fahrbahn auf Autobahnen).

Kurzum: Es ist ein komplexes Thema, dass nicht damit erledigt ist, einen Benzinmotor auszubauen und anstelle dessen einen Elektromotor in ein und dasselbe Auto einzubauen.

 

MfG C.Bieber
Kommentiert 3, Apr 2014 von Jürgen König (394 Punkte)
Sehr geehrter Herr Bieber,
ich kann Ihre Bedenken bzgl. E-Autos nicht teilen.

Tesla hat mit dem aktuellen Modell S bereits eine Reichweite von brutto 500 km, netto (unter Einbezug der individuellen Fahrweise und sonstige Verbraucher wie Heizung, Klimaautomatik) 400 km. Tesla plant den Aufbau einer eigenen Batteriefabrik in Kalifornien, um über Größeneffekte die Kosten eines E-Autos im unteren und mittleren Preissegment marktfähig zu reduzieren.

Ich habe eher Bedenken, wie Herr Alt ausgeführt hat, dass hier in Deutschland, wo jeder 6. Arbeitsplatz vom Automotive Sektor abhängt, eine Entwicklung verpasst wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Jürgen König
Kommentiert 3, Apr 2014 von Christian Bieber (58 Punkte)
Sehr geehrter Herr König,

die Basis meiner Argumentationen ist immer eine technisch-machbare sowie marktwirtschaftlich bezahlbare Grundlage.

Ich gebe zu, vieles ist machbar, nur weniges wirklich bezahlbar. Für die Masse.

Die Entwicklung wird hier ausnahmsweise nicht verpasst, sondern klug beobachtet, denn wenn Elektromobilität ähnlich den EE subventioniert würde, sprechen wir bald wieder von "Überförderungstatbeständen" (Zitat P.Steinbrück) die abgeschafft werden müssen.

Sind wir doch ehrlich: Deutschland hat die PV weltweit enorm nach vorne gebracht. Was war der Lohn? Dutzende Insolvenzen im PV Bereich heute. Überförderungen zur Finanzierung. Hunderte defekte Dachanalgen ohne den Verbauer, der ist längst weg. Und der Hersteller auch. Habe ich jeden Tag auf dem Schreibtisch.

Ich möchte Langzeitstudien sehen, insbesondere über die Akkus. Die werden doch alle Jahre ausgetauscht, auf Kosten von Tesla. Das wiederum querfinanziert über Subventionen. Exakt deshalb wird die Batteriefabrik gebaut, damit dieses Geschäft im hause bleibt.

Die Zukunft - insofern die Speichertechnologie hier nicht einen Quantensprung hinlegt - liegt in der Straße selbst. Stromversorgung sowie Aufladung während der Fahrt per Induktion oder ähnlich. Vom Autobahnknotenpunkt zum Zielort und zurück dann per Akku, der muss dann auch nicht sooo groß sein.

Mit besten Grüßen
Christian Bieber
Solartechnik Bayern
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Beantwortet 5, Apr 2014 von praxis_mueller (147 Punkte)
Ja.

Beispiel aus der (Arzt-) Praxis:

Opel Ampera, genutzt als Dienstwagen einer Hausarztpraxis. Einsatz seit Mai 2013. Bisher 10000 km. 9000 km mit Strom aus Windenergie bzw. Solarenergie vom eigenen Dach. 1000 km mit Benzin-Generator/Range-Extender. 90 % Regenerativ. Tgl. Fahrstrecke im Durchschnitt 30 km, Reichweite elektrisch 40-80 km. Akku 16 kWh. Die durchschnittliche Fahrstrecke beträt in D in 80% unter 50 km. (Mobilitätsstudie, bereits in anderen meiner Beiträge erwähnt).

Das Fahrverhalten wird seit März in der Studie www.projekt-ampere.de untersucht. Wir nehmen daran Teil.

Wer Zugang zu einer Steckdose hat, lädt Strom für 28 Ct. durch den Versorger.

Wir laden für 5 Ct/kWh Solarstrom.

Gruß

Dr. Karsten Müller

PS - unser Gespräch in der DB-Lounge Berlin 30.11.2013
Stellen Sie Ihre eigene Frage:

 

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