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Rundsteuerempfänger oder 70% Regelung für Photovoltaik Anlage

+2 Punkte
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Eingestellt 9, Okt 2012 in Photovoltaik von Anonym
Bearbeitet 7, Jul 2015 von Ivonne Gugel

Rundsteuerempfänger oder 70% Regelung?

Ich habe ein Angebot über eine Anlage auf meinem Dach. Größe 8,77 KWp. Ich möchte etwa 70% des Stromes selbst verbrauchen. Die Dachneigung beträgt 30Crad. Die Dachrichtung N.O.

   

3 Antworten

+2 Punkte
Beantwortet 13, Okt 2012 von Erik Liebert (454 Punkte)

Ich denke in diesem Fall wird die 70% Regelung ggf. interessant. Bei einem Nord-Dach, auch wenn die Neigung relativ gering ist, wird der Ertrag nicht so optimal sein, dass der Wechselrichter oft in den Grenzbereich kommt, und so wird der Verlust durch die 70% Regelung wahrscheinlich gering sein. 

Bitten Sie doch einfach Ihren Solarteuer, das Dach einmal mit einem optimalen WR und einmal mit einem entsprechenden 70% Wechselrichter zu simulieren, anhand des Ertragsunterschiedes von z. B. 5% können Sie bewerten ( angenommen 700 KWh/KWp Ertrag optimiert, 670 KWh/KWp Ertrag mit 70%) wieviel Sie über 20 Jahre "verlieren"(im Beispiel z. B. 30 KWh/KWp* 8,77KWp*20a*ca 18ct=947 €) und so entscheiden, ob Ihnen dieser "entgangene Gewinn" die Ersparnisse (z. B. 580 € Rundsteuerempfänger an Energieversorger, 200 € Installation, 200 € Mehrkosten beim Wechselrichter) Wert ist. Sonnige Grüsse Erik Liebert
Kommentiert 7, Jul 2015 von Jan Eckert (316 Punkte)
Ganz meine Meinung - die Begründung sagt alles zu Gunsten einer "klassischen" 70% Regelung.
Kommentiert 8, Jul 2015 von Jürgen Schäfer (221 Punkte)
Zum Thema 70%-Regelung kann ich nur Erfahrungswerte anzeigen:
Beim Norddach fuhr der WR in diesem Jahr nachweislich nur 2-3 mal in die Begrenzung.
Und das zur ertragsschwachen Zeit für ca. 15-30 Minuten.
Im bisherigen Hochsommer kein einziges mal.
Sehr wahrscheinlich würde ein Süddach öffter in die Begrenzung fahren, aber auch nur während der ertragsschwachen Zeit.
Der Sommer ist dafür zu warm. Da bringen die Anlagen nicht die Grenzwerte.

Jürgen Schäfer, 08.07.2015
+2 Punkte
Beantwortet 25, Okt 2012 von Florian Genssler (44 Punkte)

Bei der Inbetriebnahme beziehungsweise bei der Beantragung der Photovoltaikanlage stellt sich die Frage, welche Variante gewählt werden soll, die 70%-Regelung oder 100% Einspeisung des erzeugten Stroms mit Hilfe des Rundsteuerempfängers (RSE).

Rundsteuerempfänger

Mit dem RSE werden 100% des erzeugten Photovoltaikstroms eingespeist. Jedoch ist ein RSE mit Mehrkosten verbunden. Das Gerät kostet abhängig vom örtlichen Energieversorger zwischen 300€ und 1.100€. Zudem benötigt man in den meisten Fällen, wenn man keinen Wechselrichter hat, der das Signal des RSE direkt verarbeiten kann, ein weiteres Gerät. Dies ist in der Regel eine Powermanagement-Unit, welche ebenso weitere Kosten verursacht.

70% Regelung

Die 70%-Regelung wird direkt am Wechselrichter eingestellt, was einer Ertragsminderung gleich kommt. Sinnvoll ist eine Begrenzung der Einspeiseleistung auf 70%, wenn zum Beispiel eine Ost-West-Belegung vorliegt. Vormittags erzeugt die Ostseite Strom und nachmittags die Westseite, die Anlage liefert von Ihrer Nennleistung aus gesehen immer nur 50% (stark vereinfacht dargestellt). Hier würde der Mehraufwand des RSE die Rendite schmälern. Die Ertragsminderung beträgt nach Berechnungen und Erfahrungen aus der Praxis der Solista Solar GmbH ca. 1-3%.  
http://www.solista-solar.de/photovoltaik-rechner

Dynamische 70% Regelung

Ein wichtiger Punkt bei der 70%-Begrenzung ist, dass die geforderten 70% der Nennleistung der Anlage am Einspeisepunkt vorliegen müssen. Das bedeutet, was mit dem Strom im Inneren Ihres Hauses passiert bleibt Ihnen überlassen, solange maximal 70% von dem erzeugten Strom eingespeist werden. Dies bedeutet, dass der Wechselrichter in Abhängigkeit von Erzeugung und Verbrauch dynamisch geregelt werden kann, die sogenannte dynamische 70%-Regelung.

Beispiel

Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung: Bei einer Anlage mit 10 kWp Nennleistung müsste der Wechselrichter bei der 70%-Regelung fest auf eine Ausgangsleistung von 7 kW begrenzt werden. Wird nachmittags zum Beispiel ein Verbraucher mit 1,5 kW eingeschaltet, so kann der Wechselrichter 8,5 kW in Wechselstrom umwandeln, weil weiterhin 7 kW oder 70% am Einspeisepunkt anliegen. Laut Gesetz ist es also erlaubt mehr Leistung zu produzieren, wenn diese im Haus selbst verbraucht wird.

Digitaler Stromzähler

Dies kann durch einen digitalen Stromzähler, der den Verbrauch des Haushalts misst und die Daten an einen geeigneten Datenlogger weiterleitet, realisiert werden. Dieser regelt dann mit Hilfe des Eigenverbrauchs und der aktuellen Stromproduktion den Wechselrichter.

Diese Variante ist kostengünstiger und kann bei Anlagen bis 30 kWp Nennleistung zur Anwendung kommen.

Empfehlenswert ist es für Anlagen die nach Osten, Westen, Osten und Westen und darüber hinaus ausgerichtet sind. Ebenso für Ihre nach Nord-Osten ausgerichtete PV-Anlage.

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Beantwortet 11, Jul 2015 von Geckler, Heinz (2,530 Punkte)
Bearbeitet 12, Jul 2015 von Geckler, Heinz

Hallo Anonym,

können Sie konkretisieren, wie Sie bei einer PV-Anlage mit 8,77 kWp einen Eigenverbrauch von 70% realisieren möchten? Bei einer PV-Anlage dieser Größe schaffen Sie in einem normalen Wohnhaus ohne Energiemanagement-System und Speichersystem normalerweise kaum mehr als 25% Eigenverbrauch. Oder meinen Sie eventuell eine Autarkie von 70%? Je nachdem welche Verbraucher Sie haben würde ich aber auf jeden Fall einen Datenlogger installieren, mit dem dann die dynamische 70%-Regelung eingestellt werden kann.


Ich habe gerade erst bemerkt, dass diese Frage schon recht alt ist. Dann ist natürlich die Konkretisierung hinfällig. Der Rest meiner Antwort gilt natürlich weiterhin.
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